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Datum: 06.12.08

Kategorie: Hochschule

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Obwohl die medienorientierten Fachergänzungskurse überfüllt sind, können oder wollen Dekanat und ZFIM nichts tun: Eine Ministeriumsrichtlinie und ein Stellenplan stehen im Weg…

von Bastian Kruse

An der CAU Kiel studieren derzeit etwa 5900 Studenten mit dem Ziel eines Bachelor-Abschlusses. 1700 davon haben sich für den Zwei-Fächer-Bachelorstudiengang mit dem Profil Fachergänzung entschieden, der nach der Umstellung im letzten Jahr in den meisten Fällen die alten Magisterstudiengänge ersetzt hat. Laut der offiziellen Homepage der Universität ist das Profil Fachergänzung im Gegensatz zum Profil Lehramt, das den Studenten für den Schuldienst ausbilden soll, dazu da, neben dem Fachstudium „zusätzliche praxisnahe Qualifikationen zu erwerben.“ Aus diesem Angebot könne man dann ein eigenes Profil für die spätere berufliche Ausbildung entwickeln.

Doch sind die Kapazitäten der Fachergänzungskurse stark begrenzt. Die beliebtesten drei Kurse dieses Semesters, die sich mit Radiojournalismus, Kulturmanagement oder Öffentlichkeitsarbeit beschäftigen, bieten insgesamt 48 Plätze. Auf diese Plätze, die vom Zentrum für Fremdsprachenausbildung, IT- und Medieneinsatz (ZFIM) angeboten werden, bewarben sich 484 Studenten. Auch wenn diese Zahl dadurch verfälscht wird, dass es möglich ist, sich für mehrere Kurse zu bewerben – der Bedarf an medienorientierten Berufsfeldorientierungskursen ist enorm. Und das nicht erst seit diesem Semester.

Warum also nicht mehr von diesen Kursen anbieten? Wenn es um die Frage nach neuen Dozentenstellen geht, wird der investigative Journalist im für bürokratische Verhältnisse äußerst eiligen Tempo an das Dekanat verwiesen. Denn von dort werden die Gelder, die jedes Institut erhält, gerecht und wohlüberlegt weiterverteilt.

„Es gibt einen Stellenplan, an den wir uns halten müssen“, sagt Professor Rainer Zaiser, Studiendekan der Philosophischen Fakultät. „Wir können keine Stellen schaffen.“ Das Ministerium sei Schuld. Denn von dort kommt natürlich das Geld, mit dem die Lehrkräfte entlohnt werden. Doch das Geld bekommt nur, wer sich an die Lehrauftragsrichtlinien hält – und die gestatten externen Dozenten lediglich eine Entlohnung von nur 18 Euro pro Stunde. Das ist ein bisschen wenig, möchte man meinen. „Das ist der Satz, der da steht“, seufzt der Studiendekan. Er schafft es, nur durch seine Stimme mit den Schultern zu zucken. „Wir sind gezwungen, uns danach zu richten.“

Wenn ein Institut der Meinung ist, zusätzliche Kurse anbieten zu müssen, muss es einen Antrag an das Dekanat stellen. Von dort gehen die Anträge weiter ans Präsidium. Der Bedarf scheint da zu sein – warum also nicht schnell mehr Kurse für die Berufsfeldorientierung? „Man muss es differenziert betrachten. Wir müssen alle gleich behandeln. Wir können bei der Zuweisung von Mitteln nicht nur diese Kurse berücksichtigen, sondern müssen darauf achten, dass auch Kurse in anderen Fächern mit hohen Teilnehmerzahlen nicht zu kurz kommen“, sagt Professor Zaiser. Das Dekanat sei bemüht, im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten Abhilfe zu schaffen. Aber: „Die Ressourcen sind beschränkt. Und das ZFIM ist im Vergleich zu den anderen Einrichtungen überdurchschnittlich bedient worden.“

Dass es zu solch einer Überlastung der Berufsfeldorientierung kommt, sei aber nicht verwunderlich. Medien kämen immer gut an und würden von Studenten eher frequentiert als anderes, „obwohl die anderen Dinge vielleicht im Hinblick auf eine Berufsorientierung genau so viel versprechend sind“, meint der Studiendekan.

Vielleicht ist dies ein Aufruf an die Hunderte, die dieses Semester keinen Berufsfeldorientierungskurs bekommen haben: Versuchen Sie es doch zum Beispiel mal am Romanischen Seminar! Vielleicht wird dort auch nächstes Semester wieder Katalanisch für Fortgeschrittene angeboten. Da gäbe es – mal so nebenbei – auch für dieses Semester noch 20 freie Plätze…

Lesen Sie auch das Interview mit Dr. Detlef Ufert, dem Leiter des ZFIM…



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