Der RCDS führt in dieser Legislaturperiode nur ein Schattendasein. In den Gremien der studentischen Selbstverwaltung ist er nicht vertreten, denn bei der letzten Wahl des Studierendenparlamentes verpasste die Hochschulgruppe die Anmeldefrist und trat ergo nicht an. Aber der RCDS hat auch ohne Beteiligung im StuPa genug zu tun…
von Hendrik Lux
Der RCDS führt in dieser Legislaturperiode nur ein Schattendasein. In den Gremien der studentischen Selbstverwaltung ist er nicht vertreten, denn bei der letzten Wahl des Studierendenparlamentes verpasste die Hochschulgruppe die Anmeldefrist und trat ergo nicht an. Aber der RCDS hat auch ohne Beteiligung im StuPa genug zu tun: In der Vergangenheit hatten die Jungpolitiker immer wieder Probleme, sich gegen den äußerst rechten Rand unserer Gesellschaft abzugrenzen. Vor einigen Monaten gipfelte die Selbstfindung in einer Klage des RCDS gegen mehrere andere Hochschulgruppen. Diese warfen dem RCDS vor, sich nicht genügend von Positionen aus dem „Umfeld von Neonazis und Unbelehrbaren“ zu distanzieren. Der RCDS verlor den Prozess. Das Amtsgericht Kiel führt in der Urteilsverkündung aus: “Auch wenn der Vortrag nicht überwiegend von nationalsozialistischen Gedankengut geprägt und durchaus wissenschaftlich aufgearbeitet war, so ließ er jedenfalls in einigen Passagen das Werturteil zu, dass hier Ansichten vertreten werden, welche auch im Umfeld von Neonazis und Unbelehrbaren Zustimmung finden”. Eine auf Amtsdeutsch gehaltene Ohrfeige für die Hochschulgruppe. Man könnte behaupten, dass der RCDS sich in einer äußerst ungünstigen Position befindet.
Zeit für einen Neuanfang? Als Thema dafür scheint die Gerechtigkeit bei Studiengebühren geeignet. Im Hebbel-Hörsaal luden die jungen Christdemokraten am 13. November zur Diskussion. Und die Hamburger Wissenschaftssenatorin Herlind Gundelach kam und sprach über das Hamburger Modell der nachgelagerten Studiengebühren. Der geplante zweite Mann aus der CDU-Ratsfraktion musste absagen. Auch Gundelach wirkte etwas unmotiviert: „Die Veranstaltung hätten wir auch in einer Kneipe machen können“, entfuhr es ihr zu Beginn der Veranstaltung. Insgesamt waren nur zwölf Personen anwesend. Diese bezogen offensichtlich auch gleich räumlich Stellung: Mitglieder des RCDS nahmen auf der rechten Seite des Saals und Studiengebührengegner auf der linken Seite Platz. Die Mitte des Hörsaals blieb – beinahe symbolisch – frei
Nach dem einleitenden Vortrag der Senatorin wurde diskutiert – über Gerechtigkeit. Hauptsächlich meldete sich die linke Seite zu Wort, rechts blieb es eher still. Frau Gundelach hält Studiengebühren für „ein Stück gelebte Solidarität“ und das Hamburger Modell nachgelagerter Gebühren sei „eine komfortable Regelung, mit der die Studierenden leben können“. Der Moderator vom RCDS, Thorsten Albrecht, bezweifelte, dass Bildung ein freies Gut sei und bezeichnete eine universitäre Ausbildung als Luxus. Der RCDS sei aber „gebührenkritisch“, wobei die genaue Bedeutung des Wortes unklar blieb. Laut dem Plakat an der Wand sieht sich der RCDS zumindest als Vertreter der Studentenschaft – wenn auch offensichtlich nur von einem kleinen Prozentsatz. Den Studenten muss die Hochschulgruppe nun zeigen, dass sie nicht in der braunen Schmuddelecke beheimatet ist – sondern in der Unipolitik. Die angeblich gerechten Studiengebühren sind dafür wohl ein Anfang, und der Abend ist „gut gelaufen“. Das steht zumindest im RCDS-eigenen Blog.
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