Findet Nemo

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Datum: 14.4.09

Kategorie: Gesellschaft

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Fische im Meer zu finden könnte sich ab 2050 schwierig gestalten von Wiebke Krahmer Die Überfischung der Weltmeere nimmt immer mehr zu. So warnt der WWF davor, dass die Weltmeere bereits 2050 leer gefischt sein könnten. Somit würde nicht nur vielen Menschen ihre einzige Proteinquelle entzogen, sondern auch zahlreichen Meeresbewohnern wie Robben oder Pinguinen ihre [...]

Fische im Meer zu finden könnte sich ab 2050 schwierig gestalten

von Wiebke Krahmer

Die Überfischung der Weltmeere nimmt immer mehr zu. So warnt der WWF davor, dass die Weltmeere bereits 2050 leer gefischt sein könnten. Somit würde nicht nur vielen Menschen ihre einzige Proteinquelle entzogen, sondern auch zahlreichen Meeresbewohnern wie Robben oder Pinguinen ihre Lebensgrundlage geraubt werden. Auch der wirtschaftliche Schaden geht in die Billionen. Die Weltbank veröffentlichte zusammen mit der UNWelternährungsorganisation FAO im Oktober 2008 eine Studie, der zufolge der Fischerei bereits jetzt mindestens 50 Milliarden US-Dollar (36,6 Milliarden Euro) aufgrund schwindender Fischbestände verloren gingen.

Doch der Schaden ist weitaus größer. Beifang, also „wertlose“ Fische, die wieder über Bord geworfen werden, und die Zerstörung zahlreicher Korallenriffe durch Schleppnetze haben laut Stephan Lutter vom WWF „noch kein Preisschild.“ Der verschwendete Beifang beläuft sich auf mehrere Millionen Tonnen jährlich; zusätzlich zu den schon gefischten 86 Millionen Tonnen Fisch und Meeresfrüchte.

Fischreichtum bald nur noch im Aquarium? - Foto SN

Fischreichtum bald nur noch im Aquarium? - Foto SN

„Das Drama muss ein Ende haben“, kommentiert Lutter auf der Internetseite des WWF Deutschland die Veröffentlichung der FAO-Studie. „Der Fischerei-Wahnsinn kennt nur Verlierer. Die Ozeane werden leer gefischt. Der Lebensraum Meer wird zerstört. Fischer erleiden herbe wirtschaftliche Verluste oder verlieren ihren Job.“ Der Vermutung des WWF, dass die Meere schon 2050 leer gefischt sein könnten, liegen die Fakten zugrunde, dass zum heutigen Zeitpunkt bereits 77% der globalen Fischbestände als überfischt gelten. Gerade kleine Fischereiunternehmen spüren den Rückgang der Fischbestände und müssen immer längere Strecken zurücklegen. Dies wird für viele Kleinstunternehmer aufgrund der hohen Dieselpreise zum Kostenproblem.

Neben den nüchternen Fakten, den wirtschaftlichen Verlusten und dem Nahrungsverlust für den Menschen bedeutet die Überfischung der Meere jedoch vorrangig eines: Artensterben auf hohem Niveau. Was ist schon ein Meer ohne Fisch? Ein Schnorchelurlaub ohne Riff? Ein „The old man and the sea“ ohne eine der zwei Hauptfiguren? „Der weiße Hai“ ohne weißen Hai? Das „kranke System“ der staatlich subventionierten Vielfischerei müsse gestoppt werden, fordert Stephan Lutter. Dem ist uneingeschränkt zuzustimmen, denn ansonsten bekommen Kinofilme wie „Findet Nemo“ zukünftig eine ganz neue Bedeutung.



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