In der Frage der selbstverwalteten studentischen Räume will der Arbeits- und Aktionskreis kritischer Studierender Kiel neue Wege beschreiten.
Dem AK kritischer Studierender gehen die Pläne des AStA nicht weit genug
von Hannes Reinhardt

Der AK wirbt vor der Mensa für Unterstützung - Foto HR
Wer am 28. April zur Mensa I trabte, um sein wohlverdientes Mittagessen einzunehmen, der konnte bereits vor der Tür einen kleinen Appetithappen bekommen: Der Arbeits- und Aktionskreis kritischer Studierender Kiel hatte sich dort versammelt und verteilte an einem Stand veganes Essen an die hungrigen Studierenden. Dies geschah jedoch nicht nur aus reiner Wohltätigkeit (zumal die Mensa nur einige Meter entfernt liegt und das Essen dort auch sehr preisgünstig ist); vielmehr wollte der Arbeitskreis mit dieser Aktion auf eines seiner Hauptanliegen aufmerksam machen: mehr studentische Selbstverwaltung im Allgemeinen und selbstverwaltete studentische Räume im Konkreten.
Der Arbeits- und Aktionskreis kritischer Studierender Kiel sieht die Grundlage seines Engagements in § 4 der Universitätsverfassung, nach der alle Mitglieder der CAU (also auch und vor allem die Studierenden) das Recht und die Pflicht haben, an der Selbstverwaltung der Hochschule mitzuwirken. Der AK bemängelt, dass die studentische Selbstverwaltung bisher beinahe ausschließlich – zumindest formal – über die offiziellen Gremien der studentischen Vertretung, also über AStA und Studierendenparlament, stattfindet. Aus Sicht des AK können die Möglichkeiten studenteneigener Räume nur dann voll ausgeschöpft werden, wenn diese durch ein unabhängiges, für alle interessierten Studierenden offenes Nutzerplenum verwaltet würden. Dadurch könnte ein solcher Raum von allen gleichberechtigt gestaltet und ein transparenter Entscheidungsprozess bezüglich dessen Nutzung erreicht werden.
Die Vorteile und Nutzungsmöglichkeiten eines solchen „Frei-Raums“ sind dem Arbeits- und Aktionskreis zufolge vielfältig: Als ein tagsüber für alle Studierenden offenstehender Raum böte er eine Alternative zu Mensa oder Campus Suite. Vorstellbar wäre der Aufenthalt dort beispielsweise während der Freistunden zum allgemeinen Austausch, die Organisation von Lesungen, Arbeitskreisen und Ähnlichem, oder was sonst noch den kreativen Köpfen der Kieler Studierendenschaft entspringen könnte. Nicht zuletzt könnte er natürlich auch einfach zur Entspannung aufgesucht werden. Langfristig könnte sich der Raum nach Einschätzung des AK zu einer fakultätsübergreifenden Kommunikationsplattform entwickeln.
Der AStA setzt sich bereits seit längerem für die Zuteilung studenteneigener Räume durch die Universität ein und arbeitet mit dieser bereits seit über einem Jahr an verschiedenen Konzepten. Ein Antrag hierfür ist beizeiten von einer im Studierendenparlament vertretenen Hochschulgruppe gestellt und von den anderen Hochschulgruppen ausdrücklich begrüßt worden. Anders als vom Arbeits- und Aktionskreis kritischer Studierender gefordert, könnte die Universitätsleitung eventuell einen ausschließlich durch den AStA verwalteten Raum vorziehen, dessen Nutzung dann nur auf Antrag und lediglich kurzfristig möglich wäre. Die konkreten Pläne, die mittlerweile von AStA und Universität erarbeitet wurden, sollen in den nächsten Monaten veröffentlicht werden. Dann wird sich zeigen, wieviel “Frei-Raum” den Kieler Studenten tatsächlich zugestanden wird und ob sich der Arbeits- und Aktionskreis kritischer Studierender Kiel erneut an die Kochtöpfe stellen muss.
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