Kiel oder Köln – Hauptsache Schleswig-Holstein

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Datum: 22.6.09

Kategorie: Kultur

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Ein Blick hinter die Kulissen der Kieler Uniliga

von Franziska Laumer

Auf dem Weg zum Uni-Liga-Meister treffen sich Kicker der Fußball Uni-Liga jede Woche zu einer weiteren Runde. „Wir sind jetzt in der fünften Saison“, berichtet Jan Ottensmann, der zusammen mit Dirk Fekkers die Kieler Uni-Liga organisiert. Immer mittwochs ab 17 Uhr rollt hier drei Stunden lang der Ball, parallel auf zwei Feldern. Gespielt wird mit sieben Feldspielern plus Torwart in zwei Mal 25 Minuten. Als Startgeld zahlt jeder Spieler zehn Euro pro Saison an das Sportzentrum. Zu Beginn gibt es sechs Gruppen mit je vier Mannschaften. Innerhalb der Gruppe spielt jeder zwei Mal gegen jeden. Es qualifizieren sich die Gruppenersten, die Gruppenzweiten und die vier besten Gruppendritten für das Achtelfinale. „Dann geht’s in der KO-Runde weiter“, erklärt Jan Ottensmann, der selbst in der Mannschaft „Sportfreunde Schiller“ spielt.

Als vor Jahren die Fachbereiche Deutsch und Geschichte gegeneinander antraten, hatte Johannes Heil, Gründervater der Kieler Uni-Liga, die Idee, daraus eine ganze Liga zu machen, in der Mannschaften der einzelnen Fachbereiche gegeneinander spielen. Seitdem ist die Liga auf mittlerweile 24 Mannschaften angewachsen. Jede Mannschaft stellt zwei Vertreter: Einen Manager und einen Kapitän. Der Kapitän ist für sportliche Belange zuständig, der Manager kümmert sich um das Organisatorische. Der Spielerrat, der aus allen Mannschaftsvertretern besteht, trifft sich regelmäßig. So auch einmal vor Beginn der Saison, um die Gruppen auszulosen. Dass ein Spieltag reibungslos aubläuft, dafür sorgt Dirk Fekkers. Er macht die Spielpläne, teilt die Spieltagsteams ein und leitet sie an. Die Spieltagsteams, das sind immer zwei Mannschaften, die an dem Spieltag nicht antreten und sich um den Auf- und Abbau des Spielfeldes sowie um Würstchen- und Bierverkauf kümmern. Denn dadurch finanziert sich die Uni-Liga hauptsächlich, wird aber auch durch das Sportzentrum unterstützt.

Christoph Köchy (links), Jan Ottensmann (Mitte) und Dirk Fekkers (rechts) / Foto FL

Christoph Köchy (links), Jan Ottensmann (Mitte) und Dirk Fekkers (rechts) / Foto FL

Doch die studentischen Fußballclubs sind nicht nur ein Phänomen der Kieler Uni. Auch an anderen Hochschulen in Deutschland gibt es mittlerweile Uni-Ligen. So arbeitet die Uni-Liga Kiel seit diesem Jahr mit der Uni-Liga GmbH aus Göttingen zusammen, die deutsche Uni-Ligen vernetzen möchte. Christoph Köchy, der Geschäftsführer und Gründer der Uni-Liga GmbH will damit eine Plattform schaffen, um die Ligen miteinander in Kontakt zu bringen. „Das eigentliche Ziel der Uni- Liga GmbH ist der Erfahrungsaustausch“, erklärt Christoph Köchy. Die Uni Liga GmbH kooperiert mit dem deutschen Hochschulsportverband. Gemeinsam wird darauf geachtet, dass sich niemand die Uni-Ligen zu kommerziellen Zwecken „unter den Nagel reißt“.

Da die Zusammenarbeit der einzelnen Uni-Ligen mit der Uni-Liga GmbH lediglich eine freie Kooperation darstellt, gibt es auch keine überregionalen Regeln. So organisiert sich jede Uni-Liga selbst. Das Besondere an der Kieler Uni-Liga ist zum Beispiel, dass sich die Teams aus Studenten der jeweiligen Fakultäten bilden und sich nicht frei zusammenfinden können, wie das in manch anderen Uni-Ligen üblich ist. So spielen zum Beispiel bei den Sportfreunden Schiller ausschließlich Deutschstudenten. Doch keine Regel ohne Ausnahme. Jede Mannschaft hat die Möglichkeit, einen „Legionär“ anzumelden. Das ist ein fachfremder Student, der zur Unterstützung der eigenen Mannschaft herangezogen werden kann.

Die Kooperation mit der Uni-Liga GmbH ist für die sportlichen Hochschulgruppen kostenlos. Ein Sponsor der Uni-Liga GmbH ist Nintendo. Derzeit auf Tour, besucht Nintendo sieben Uni- Liga-Städte und war am 3. Juni auch in Kiel zu Gast. Dabei waren Spielkonsolen, Hängematten und kleine runde Badebecken, die Nintendo Cups. Vielleicht wird es in Zukunft auch einen deutschen Uni-Liga-Meister geben. Christoph Köchy ist es jedoch wichtig, dass der Spaß dabei an erster Stelle steht. „Es soll weniger um Leistung, sondern mehr um Kultur gehen“, betont er. Dieses Jahr treffen sich erst einmal ein paar Mannschaften der verschiedenen Uni-Ligen zum lockeren Auskicken über ein Wochenende. Wer weiß, was sich daraus entwickeln wird.

Doch auf jeden Fall wird es dieses Jahr wieder einen Kieler Uni-Liga Meister geben. Wer das sein wird, entscheidet sich beim Finale am großen Unifeiertag am 24. Juli. „Und der kriegt dann auch seine Meisterschale und wird gebührend gefeiert“, freut sich Jan Ottensmann schon.



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