CAUm zu glauben – Kiel im Feiern exzellent

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Datum: 20.7.09

Kategorie: Gesellschaft

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Die Universität bekommt ihren eigenen Feiertag. Zwar hat niemand frei, aber für Unterhaltung wird gesorgt. Zusätzlich ist das Ganze für einen guten Zweck. Nicht nur der Trinkwasserhilfeverein Viva con Agua ist mit dabei, sondern auch Campus International. Am 24. Juli verwandeln sich dann die Sportstätten in einen Festplatz. Versucht die Universität jetzt erneut mit medienwirksamen Projekten zu punkten statt mit einer Verbesserung der Forschung und der Lehre?

Unifeiertag verbindet Sport, Musik und Wohltätigkeit

von Lena Johanna Oeffner und Hendrik Lux

Nach der MTV-Campusinvasion und dem EM-Campus- Viewing bekommt die Uni einen eigenen Feiertag: CAUntdown. Manch einer dürfte über die ungewöhnliche Schreibweise staunen, der Festivalguide bezeichnet die Abwandlung des englischen Wortes countdown als „schlechtes Wortspiel“. Diese verbale Entgleisung wird jedoch vom Line-up wett gemacht. Am Start sind namenhafte Live-Acts wie Fettes Brot, Clueso und Pohlmann. Die Bands verzichten auf ihre Gage. Der Reingewinn aller Erlöse fließt in eines der Trinkwasserprojekte des Entwicklungshilfevereins Viva con Agua und zum “Verein zur Förderung ausländischer Studierender” der CAU. Das Benefizspiel um den CAUntdown-Campus-Cup mit dem Viva con Agua Allstars Team verspricht interessante Prominenz. Der Benefizgedanke steht ganz klar im Vordergrund. Hier ähnelt der CAUntdown den Konzepten von Amnesty International und anderen gemeinnützigen Organisationen.

Auf die Idee kam Hannes Heil, der bereits sowohl bei der MTV-Campusinvasion als auch beim EMCampus- Viewing einer der Initiatoren war. Der Lehramtsstudent setzte sich mit dem Präsidium in Verbindung, um „etwas Eigenes auf die Beine zu stellen“. Statt auf die nächste MTV-Campusinvasion oder die nächste EM zu warten, wurde beschlossen, eine regelmäßig stattfindende Veranstaltung zu entwerfen, die Sport, Benefiz, Musik und Spaß verbinden sollte. Schon immer habe Hannes Heil der Fußball am Herzen gelegen: Im Jahr 2005 gründete er die Uniliga. Gemeinsam mit seinem Kommilitonen Steffen Krogmann entwickelte er ein Konzept, das großen Anklang bei Kanzler Prof. Oliver Herrmann fand – „das Vertrauen war da“. Die Melange der verschiedenen Bestandteile beruht auf persönlichen Interessen der Organisations-Doppelspitze. Viva con Agua de Sankt Pauli bot sich als Charity-Parnter an. Die Mitglieder des Trinkwasserprojektes vereinen bereits seit Jahren erfolgreich den Sport mit der Freude am Helfen – getreu dem Motto „Helfen soll Spaß machen“. Gegründet wurde der Verein im Jahre 2005 vom ehemaligen FC St. Pauli-Spieler Benjamin Adrion, nachdem dieser in einem Trainingslager auf Kuba mit den dortigen desolaten Verhältnissen konfrontiert wurde und beschlossen hatte, die Situation zu verbessern. Seit Oktober des Jahres 2007 wird auch bei uns in Kiel mit ausgefallenen Aktionen auf die Missstände der Trinkwasserversorgung in Entwicklungsländern aufmerksam gemacht und Spenden akquiriert. Unter anderem werden durch Viva con Agua in Kooperation mit der Welthungerhilfe Wasserspender aufgebaut und Brunnen sowie Latrinen ausgehoben. Die Einnahmen des CAUntdown kommen dem aktuellen Trinkwasserprojekt in Kenia zugute. Dort soll sowohl ein Felsregenfang errichtet als auch Grundschulen mit Wasser versorgt werden.

Neben Viva con Agua wurden auch Campus International, dessen Mitarbeiter sich um die Integration ausländischer Studierender bemüht, und das Sportzentrum ins Boot geholt. Es stellt als Veranstalter nicht nur die beiden Hauptverantwortlichen, sondern auch das ideale Gelände für eine Veranstaltung dieser Art.

Nun ist das Sportzentrum der CAU zu Kiel offizieller Veranstalter des CAUntdown, der CAUntdown selbst der erste offizielle Feiertag der Universität Kiel. Er findet am 24. Juli 2009 auf dem Gelände des Sportzentrums statt. Die Universität gibt der Veranstaltung den Rahmen hinsichtlich der Backstage-Betreuung, der Sicherheit und der Klientel. Die Studenten der CAU bekommen bei nachgewiesener Immatrikulation Vorzugstickets – schließlich sollen besonders sie die Möglichkeit haben, beim Feiertag der eigenen Universität dabei zu sein.

Der Ablauf des Feiertages gestaltet sich folgendermaßen: Los geht es um 15 Uhr mit „CAUntdown Sports International“. Dann werden Stars wie Benjamin Adrion, Mark Tassavol und die Band “Wir sind Helden” um den CAUntdown- Campus-Pokal kämpfen. Im Rahmen dessen wird auch der Meister der Uniligen Fußball, Volleyball und Basketball ermittelt. Eröffnet wird das Fußballfinalspiel durch einen Fallschirmspringer, der mit dem Finalball auf das Spielfeld schwebt, sofern er nicht aufgrund ungünstiger Winde in der Förde landet. Zusätzlich werden neben anderen zahlreichen Attraktionen Flameco-Tänzer, spanische Pferde, orientalische Tanzeinlagen und Trampolinspringer Unterhaltung vor dem Sportforum bieten. In der Schwimmhalle werden die X-Diver ihr Können zeigen. Nachwuchs ab vier Jahren kann nachmittags bei einer Aufsicht abgegeben werden.

Danach geht es ab 18 Uhr weiter mit „CAUntdown Live“. Opener sind Makabu, eine junge Band aus Erfurt, die als Support von Clueso bekannt wurden und als Vorbilder für ihren Rocksound Neil Young, The Pixies und die Foo Fighters nennen. Es folgt Pohlmann, der nach seinem erfolgreichen Debütalbum „Zwischen Heimweh und Fernsucht“ im September sein zweites Album „Fliegende Fische“ veröffentlichen wird. Bekannt sein dürfte besonders sein Song von „Mädchen und Rabauken“. Dann wird Dennis Lisk, besser bekannt als Denyo von den Absoluten Beginnern, seinen neuen Sound vorstellen. Mit diesem gibt er sich gänzlich dem Liedermachertum hin.

Der Stimmung weiter einheizen soll Clueso, der für den diesjährigen Echo-Award nominiert wurde, mit seiner ihn schon seit fünf Jahren begleitenden Band. Spätestens bei Fettes Brot sollen die Massen toben. Die drei Hamburger Jungs wissen mit Songs wie „Jein“, „Nordish by Nature“, „Schwule Mädchen“ und „Bettina, pack deine Brüste ein“ die Menge zum Tanzen zu animieren. Der Abend wird ausklingen mit DJ Mad und Denyo von den Absoluten Beginnern, die bei „CAUntdown Party“, dem dritten und letzten Teil, für gute Laune auf dem Gelände der Sportler-Paady sorgen sollen. Für diesen Teil der Feier wird ein Extra-Ticket benötigt. Ein Großteil dieser vielen bekannten Gesichter konnte mit Hilfe von Viva con Agua verpflichtet werden, die enge Kontakte zur Musikbranche und Sportwelt pflegen. Verbindungen zur Musikwelt wurden vor allem durch die vielfältigen Aktionen auf diversen Festivals geknüpft, dem Sport steht Viva con Agua durch die enge Partnerschaft mit dem 1. FC St. Pauli logischerweise nahe.

Ganz im Sinne des Benefizgedanken bestehe unter allen Mitwirkenden im und um das Organisations- Team, welches aus sechs Studenten und zwei den zwei Hauptverantwortlichen des Sportzentrums besteht, ein ausgeprägter Teamgeist. Helfer und Helfershelfer verlangten keine Gegenleistung für ihr Engagement. Im Team fühle man sich getragen, es sei keine „One- or Two- Man- Show“. Im Mittelpunkt stehe der Unifeiertag, so Hannes Heil, der von der Begeisterung der Beteiligten nahezu schwärmt. Besonders die Kieler Zelle von Viva con Agua zeichne sich durch großen Einsatz aus.

Damit der erste Unifeiertag der CAU zu Kiel auch wirklich in aller Munde ist, wurden mit Delta Radio und StudiVZ zwei mächtige Medienpartner gewonnen. Der Verdacht liegt nache, dass die Uni wieder einmal Publicity betreiben will, ohne an der Lehre etwas zu verbessern. Aber auch, wenn Delta Radio mit seiner exzessiven bis penetranten Bewerbung etwas über das Ziel hinausschießt – für einen guten Zweck lässt man sich doch gerne nerven.

cauntdown.de



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