<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
		>
<channel>
	<title>Comments on: CO2 &#8211; Angst vor dem Unbekannten</title>
	<atom:link href="http://der-albrecht.de/2009/10/23/co2-angst-vor-dem-unbekannten/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://der-albrecht.de/2009/10/23/co2-angst-vor-dem-unbekannten/</link>
	<description>Unabhängige Hochschulzeitung an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel</description>
	<lastBuildDate>Sun, 22 Jan 2012 12:08:30 +0000</lastBuildDate>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.1.3</generator>
	<item>
		<title>By: Lisa Hübscher</title>
		<link>http://der-albrecht.de/2009/10/23/co2-angst-vor-dem-unbekannten/#comment-50</link>
		<dc:creator>Lisa Hübscher</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Dec 2009 17:41:05 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.der-albrecht.de/?p=1001#comment-50</guid>
		<description>Leserbrief:

Das ist wirklich ein ungewollt passender Titel für einen Artikel, der sich vorgenommen hat, mit Gerüchten aufzuräumen. Ich fühle mich natürlich herzlich eingeladen, an eine der größten Lügen der deutschen Geschichte zu erinnern. Es braucht nur wenig politische Erfahrung, um Informationen durch Politik und Wirtschaft mit Vorsicht zu genießen. Auch heute gilt: Wenn die Mauer erst mal da ist, ist es schwer, noch etwas dagegen zu tun.
Eine zweite Assoziation drängt sich auf: 1983 wurde in Gorleben zwar kein Endlager aber ein ewiges Zwischenlager errichtet. In der Wahlkampfzeit kam es in Bezug auf dieses Thema wieder zu schweren Vorwürfen innerhalb der Parteien. Eine machtstrategische Lüge liegt nahe. Aber eine wirtschaftsstrategische ist nur eine Variante und ebenfalls unverzeihlich. Jemals die Wahrheit zu wissen, braucht ein normaler Zeitungsleser nicht zu hoffen.
Wie sollte mein Vertrauen ausreichen? Ein „kleiner“ oder „einfacher Bürger“ oder vielmehr das, was damit gemeint ist, bin ich durch diese Vorsicht mit Sicherheit nicht. Klein und einfach – im Sinne des Artikels – sind Aussagen dieser Art: „Angeblich soll die unterirdische Lagerung umweltfreundlicher sein.“ Wer informiert ist weiß, dass dieses Vorhaben für die Zukunft nicht weniger bedeuten könnte als die Rettung des Weltklimas. Auch die „Bürgerinitiative gegen das CO2-Endlager e.V.“ ist sich dessen bewusst und informiert auf ihrer Web-Seite darüber. Gerade die Schleswig-Holsteiner können sich diesem Argument nicht entziehen, denn das Land wird vom Klimawandel stark betroffen sein.
Politisch stärker wiegt folgende Überlegung: Kohlenstoffdioxid, dass Deutschland nicht in die Atmosphäre bläst, bringt dem Staat im internationalen Emissionshandel viel Geld ein. Je eher Deutschland das Wettrennen gewinnt, desto länger kann mit Einnahmen gerechnet werden. Die Forschung weiß aber bereits, dass andere Länder über besser geeignete und unbesiedelte Flächen verfügen. Dass Menschen Gefahren ausgesetzt werden, ist also völlig unnötig. Vor allem, da diese Emissionseinnahmen wesentlich sinnvoller durch die Förderung alternativer Energiegewinnung erzielt werden könnten. Stattdessen sollen die Schleswig-Holsteiner ihre Gesundheit und ihr Leben einem Projekt anvertrauen, das zuerst der RWE und der Finanzpolitik von Nutzen ist, und an letzter Stelle dem Weltklima zu Gute kommt.
Außerdem bleibt folgender Verdacht: Wer die Endlagerung erforscht, muss eine Anlage bauen, die auch genau zu diesem Zweck geeignet ist. Dass später die Endlagerung geduldet werden muss, ist sehr wahrscheinliche Konsequenz. Zum Handeln ist es dann zu spät.
Bemerkenswert ist, dass zu diesem Thema kaum eine öffentliche Debatte stattfindet. Außerhalb Schleswig-Holsteins berichten keine Medien. Viele Fragen bleiben ungeklärt. Ausgerechnet dieser Fall ist ein Beispiel dafür, wie sich eine Initiative um eine umfassende Aufklärung durch gut autorisierte Informationen bemüht. Die Bürger fordern hier ihr Recht auf Information ein. Was es zu gewinnen gibt, wissen sie auch: Ihre Mündigkeit und ihre Souveränität.
Der Journalistin bleibt zu sagen: Groß ist längst nicht, wer im Zweifelsfall für Lehre und Bildung zu argumentieren versucht.

Lisa Hübscher</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Leserbrief:</p>
<p>Das ist wirklich ein ungewollt passender Titel für einen Artikel, der sich vorgenommen hat, mit Gerüchten aufzuräumen. Ich fühle mich natürlich herzlich eingeladen, an eine der größten Lügen der deutschen Geschichte zu erinnern. Es braucht nur wenig politische Erfahrung, um Informationen durch Politik und Wirtschaft mit Vorsicht zu genießen. Auch heute gilt: Wenn die Mauer erst mal da ist, ist es schwer, noch etwas dagegen zu tun.<br />
Eine zweite Assoziation drängt sich auf: 1983 wurde in Gorleben zwar kein Endlager aber ein ewiges Zwischenlager errichtet. In der Wahlkampfzeit kam es in Bezug auf dieses Thema wieder zu schweren Vorwürfen innerhalb der Parteien. Eine machtstrategische Lüge liegt nahe. Aber eine wirtschaftsstrategische ist nur eine Variante und ebenfalls unverzeihlich. Jemals die Wahrheit zu wissen, braucht ein normaler Zeitungsleser nicht zu hoffen.<br />
Wie sollte mein Vertrauen ausreichen? Ein „kleiner“ oder „einfacher Bürger“ oder vielmehr das, was damit gemeint ist, bin ich durch diese Vorsicht mit Sicherheit nicht. Klein und einfach – im Sinne des Artikels – sind Aussagen dieser Art: „Angeblich soll die unterirdische Lagerung umweltfreundlicher sein.“ Wer informiert ist weiß, dass dieses Vorhaben für die Zukunft nicht weniger bedeuten könnte als die Rettung des Weltklimas. Auch die „Bürgerinitiative gegen das CO2-Endlager e.V.“ ist sich dessen bewusst und informiert auf ihrer Web-Seite darüber. Gerade die Schleswig-Holsteiner können sich diesem Argument nicht entziehen, denn das Land wird vom Klimawandel stark betroffen sein.<br />
Politisch stärker wiegt folgende Überlegung: Kohlenstoffdioxid, dass Deutschland nicht in die Atmosphäre bläst, bringt dem Staat im internationalen Emissionshandel viel Geld ein. Je eher Deutschland das Wettrennen gewinnt, desto länger kann mit Einnahmen gerechnet werden. Die Forschung weiß aber bereits, dass andere Länder über besser geeignete und unbesiedelte Flächen verfügen. Dass Menschen Gefahren ausgesetzt werden, ist also völlig unnötig. Vor allem, da diese Emissionseinnahmen wesentlich sinnvoller durch die Förderung alternativer Energiegewinnung erzielt werden könnten. Stattdessen sollen die Schleswig-Holsteiner ihre Gesundheit und ihr Leben einem Projekt anvertrauen, das zuerst der RWE und der Finanzpolitik von Nutzen ist, und an letzter Stelle dem Weltklima zu Gute kommt.<br />
Außerdem bleibt folgender Verdacht: Wer die Endlagerung erforscht, muss eine Anlage bauen, die auch genau zu diesem Zweck geeignet ist. Dass später die Endlagerung geduldet werden muss, ist sehr wahrscheinliche Konsequenz. Zum Handeln ist es dann zu spät.<br />
Bemerkenswert ist, dass zu diesem Thema kaum eine öffentliche Debatte stattfindet. Außerhalb Schleswig-Holsteins berichten keine Medien. Viele Fragen bleiben ungeklärt. Ausgerechnet dieser Fall ist ein Beispiel dafür, wie sich eine Initiative um eine umfassende Aufklärung durch gut autorisierte Informationen bemüht. Die Bürger fordern hier ihr Recht auf Information ein. Was es zu gewinnen gibt, wissen sie auch: Ihre Mündigkeit und ihre Souveränität.<br />
Der Journalistin bleibt zu sagen: Groß ist längst nicht, wer im Zweifelsfall für Lehre und Bildung zu argumentieren versucht.</p>
<p>Lisa Hübscher</p>
]]></content:encoded>
	</item>
</channel>
</rss>

