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Datum: 21.11.09

Kategorie: Kultur

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Über einen Abend unter Verrückten von Esther Rahnfeld und Alma-Mara Brandenburg „Dein Ziel ist nicht der Sinn, Dein Ziel ist die Ewigkeit!“ Unter diesem Motto stand der Abend Slam the Gong #1 am 3. November im Thalia Theater in Hamburg. Jedem, der möchte, soll ein Forum geboten, ein Bühnenmoment im Rampenlicht geschenkt werden. Die Spielregeln [...]

Über einen Abend unter Verrückten

von Esther Rahnfeld und Alma-Mara Brandenburg

„Dein Ziel ist nicht der Sinn, Dein Ziel ist die Ewigkeit!“ Unter diesem Motto stand der Abend Slam the Gong #1 am 3. November im Thalia Theater in Hamburg. Jedem, der möchte, soll ein Forum geboten, ein Bühnenmoment im Rampenlicht geschenkt werden. Die Spielregeln gestalten sich simpel: zwei Minuten sind zu füllen, die durch einen Gongschlag beendet und anschließend von einer dreiköpfigen Jury bewertet werden.

Bereits völlig sinnfrei erschien diesmal die Wahl des dritten Jurymitgliedes, bei der ein Hund eine Person aus dem Publikum aussuchte… Insgesamt stellten sich sechs Gruppen der Herausforderung und zeigten ein ganz unterschiedliches, zum Großteil sehr ungewöhnliches Programm: von einem tanzenden Snoopy und einer Schwanensee-Interpretation durch „Jesus und Judas“, über dadaistisch-expressionistisches Theater der Gruppe „Wald“, bis hin zum melancholisch-autobiographischen Text der Gewinnerin des Abends Catharina Stüben: „Mir ging es darum, die Leute zum Nachdenken anzuregen…ich wollte eigentlich gar nicht gewinnen.“

Sie hatte den Text vor etwa einem halben Jahr geschrieben, um den Verlust ihrer Familie zu verarbeiten. Den meisten Teilnehmern aber ging es lediglich darum, einmal vor Publikum aufzutreten. „Ich dachte, ich kann hier einfach Bühnenerfahrung sammeln und gucken, wie das Feedback ist.“, erklärte der erste Kandidat Peter Burkart seine Motivation.

Die Zuschauer, die sich im neu eröffneten Veranstaltungsraum, der „Zentrale“, eingefunden hatten, mussten eine besondere Offenheit mitbringen, denn egal welche Erwartungen sie zu Beginn gehabt haben mögen, sie wurden nicht erfüllt. Für sie blieb es unklar, ob der Moderator Charly Tacker das Konzept nicht komplett durchdacht hatte oder ihm die vielen vermeintlichen Pannen, wie das Nichterscheinen eines Darstellers, nur dazu dienten, sich mehr Projektionsfläche zu verschaffen. Bedauerlicherweise beanspruchte er so den Großteil der Zeit für sich und ließ die Stimmung schon nach Kurzem durch mangelndes Talent auf einen Tiefpunkt sinken. „Auch hinter der Bühne ging es drunter und drüber; niemand wusste wirklich wann er dran war“, kommentierte die Gewinnerin Catharina den holprigen Verlauf des Abends. Egal wie, das Gros der Teilnehmer der ersten Folge des Slam the Gong wurde dem Motto „Dein Ziel ist nicht der Sinn“ voll und ganz gerecht und wird durch das Ungewöhnliche, Absurde und vor allem Mutige ihrer Darbietungen wirklich nicht so schnell in Vergessenheit geraten.

Der Veranstaltung an sich wird dies jedoch aufgrund der schlechten Umsetzung vorerst noch verwehrt bleiben. Dennoch handelt es sich bei dem Konzept um eine großartige Idee, die sich hoffentlich durch stärkere Teilnahme und bessere Umsetzung weiterentwickeln kann. Die Fortsetzung der Veranstaltungsreihe findet am 22. Dezember 2009 um 20:30 Uhr in der Zentrale des Thalia Theaters statt, Eintritt: 5 €. Einen kleinen Vorgeschmack erhaltet Ihr auf der MySpace-Seite der Gruppe „Wald“

SLAM THE GONG
22.12.2009,Thalia Theater, Eintritt 5 Euro



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