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Datum: 21.11.09

Kategorie: Kultur

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Schweiß, Weintrauben und nackte Haut – Bonaparte am 5.11.2009 in der Pumpe von Wiebke Krahmer „Do you wanna party with the Bonaparte?“ schreit ein schmächtiger, maskierter Mann in rot-blauem Justaucorps in das Mikrofon und wirft herausfordernd seinen roten Umhang über die Schulter. Die Menge vor der Bühne der Pumpe, die bis eben noch desinteressiert am [...]

Schweiß, Weintrauben und nackte Haut – Bonaparte am 5.11.2009 in der Pumpe

von Wiebke Krahmer

Füttern ihre Fans gerne mit Weintrauben - die vielköpfige Band Bonaparte- pressefoto

Füttern ihre Fans gerne mit Weintrauben - die vielköpfige Band Bonaparte- pressefoto

„Do you wanna party with the Bonaparte?“ schreit ein schmächtiger, maskierter Mann in rot-blauem Justaucorps in das Mikrofon und wirft herausfordernd seinen roten Umhang über die Schulter. Die Menge vor der Bühne der Pumpe, die bis eben noch desinteressiert am Bier nuckelnd dastand, ist sofort bei der Sache und antwortet mit wildem Tosen. Die Show hat begonnen, der Zirkus ist in der Stadt: Die Erwartungen an das Konzert der Multi-Kulti-Trashpunkband Bonaparte um den Schweizer Sänger Tobias Jundt sind hoch. Immerhin verspricht der Aufdruck der Eintrittskarte: „Bonaparte Circus Show.“ Und genau dies wird dem Publikum geboten: Kostüme, Pferdemasken, Plastikskelette, Bärenmützen, jede Menge Schweiß und die ein oder andere Stripteaseshow. Was zuerst womöglich ein wenig wie Slipknot für die Sesamstraße wirkt, entpuppt sich schnell als Kuriositätenkabinett der ganz besonderen Art, beschreibt die Band selbst ihre Musik doch als „Aufmerksamkeitsdefizit- Musik“. Dass das Publikum währenddessen auch mal mit Weintrauben gefüttert wird gehört bei Bonaparte anscheinend genauso zur Show dazu, wie die Tatsache, dass am Ende fast alle der sieben mal mehr oder weniger anwesenden Bandmitglieder halb nackt auf der Bühne stehen. „Zirkusdirektor“ Jundt gerät im Vergleich zu seinen ausgelassen tanzenden Bühnenkollegen fast ein wenig in den Hintergrund. Das Publikum vor der Bühne feiert ausgelassen zu den Hits wie „Anti, Anti“ oder „Too Much“, und scheint bei den bizarren Schreien Jundts zu „I Can’t Dance“ zu einem einzigen Knäuel zu verschmelzen. Die Bandmitglieder verlassen währenddessen abwechselnd gerne einmal die Bühne, nur um kurze Zeit später in einem noch verrückterem Kostüm als zuvor zurückzukehren. Nach einer schweißtreibenden Zugabe haben sich Bonaparte schließlich durch ihr Debutalbum gespielt, und lassen eine erschöpfte aber zufriedene Menge zurück. Bonaparte-Gründer Jundt sagte gegenüber des Tagesspiegels einmal: „Man kennt Bonaparte nicht, wenn man uns nicht live gesehen hat“. Von dieser Aussage überzeugten Bonaparte mit Sicherheit auch ihr Kieler Publikum. Und auch wenn sich der Mini-Zirkus nach mehrjähriger Tour nun erst einmal eine Pause gönnt, lohnt es sich nächstes Jahr Ausschau zu halten und dabei zu sein wenn es wieder heißt : „Manege frei für Bonaparte!“



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