von Miriam Hoffmann Es weihnachtet sehr und mal wieder steht die derzeit wichtigste Frage im Raum „Was soll ich schenken?“ Natürlich könntet Ihr zu einem der Klassiker greifen und Parfum oder eine Playstation verschenken. Ein Flachbildfernseher ist derzeit auch sehr angesagt. Wessen Geldbeutel letzteres aber zu stark belasten sollte, kann zu einem anderen Weihnachtsklassiker greifen, [...]
von Miriam Hoffmann
Es weihnachtet sehr und mal wieder steht die derzeit wichtigste Frage im Raum „Was soll ich schenken?“ Natürlich könntet Ihr zu einem der Klassiker greifen und Parfum oder eine Playstation verschenken. Ein Flachbildfernseher ist derzeit auch sehr angesagt. Wessen Geldbeutel letzteres aber zu stark belasten sollte, kann zu einem anderen Weihnachtsklassiker greifen, der ebenso individuell wie der Beschenkte sein kann: das Buch. Um in der Vorweihnachtszeit einige Entscheidungen zu erleichtern, hier einige Büchertipps aus der Kultur-Redaktion des Albrecht:
Mörder
Ganz oben auf meiner Favoritenliste steht die schwedische Autorin Camilla Läckberg, die in Deutschland noch relativ unbekannt ist. Mit ihrem neuesten Titel „Die Totgesagten“ (List, 413 Seiten, 19,90 €) führt die Autorin den Leser in das beschauliche schwedische Städtchen Tanum, in dem der Polizist Patrick Hedström mit einem Serienmörder konfrontiert wird, der bei jedem Opfer eine Seite aus dem Märchenbuch von Hänsel und Gretel hinterlässt.
Ein weiterer Geheimtipp aus dem schwedischen Krimiautorenmilieu ist der Autor Johan Theorin, der vor einigen Jahren mit seinem Erstling „Öland“ eine breite Leserschaft begeistert hat. Nun hat er einen weiteren Kriminalroman mit dem Titel „Nebelsturm“ vorgelegt (Piper Verlag, 446 Seiten, 19,95 €), der wieder auf der Insel Öland spielt. Die Familie Westin zieht vom hektischen Treiben der Großstadt Stockholm fort auf einen alten Bauernhof auf der Insel. Schon nach kurzer Zeit stirbt ein Familienmitglied unter tragischen Umständen, und die junge Kommissarin Tilda Davidsson glaubt nicht an einen Unfall. In der Vergangenheit wurden die Bewohner des Hofs stets von schweren Schicksalsschlägen getroffen, und der junge Familienvater Joakim Westin ist überzeugt davon, dass sich auf dem Hof Untote herumgeistern. Ein spannender Krimi, der sich für die kalte Jahreszeit eignet!
Der isländische Bestsellerautor Arnaldur Indridason hat nunmehr den achten Kriminalroman um den schrulligen Kommissar Erlendur vorgelegt (Lübbe, 380 Seiten, 18,95 €). In „Kälteschlaf“ geht es ebenso wie in Theorins „Nebelsturm“ um übernatürliche Dinge. Maria, die vor kurzem ihre Mutter verloren hat, nimmt sich das Leben. Obwohl alles nach einem Selbstmord aussieht, wird Erlendur das Gefühl nicht los, dass die Frau sich nicht freiwillig erhängt hat. Nach dem Tod ihrer Mutter hatte sie versucht, mit dem Geist ihrer Mutter Kontakt aufzunehmen und wurde darin von ihrem Ehemann bestärkt, der jedoch ein doppeltes Spiel zu treiben schien. Für Fans des isländischen Krimis ein absolutes Muss!
Vegetarier
Meine schönste Entdeckung auf dem Buchmarkt in diesem Jahr ist die kleine Reihe „Potsdamer Pomologische Geschichten“ aus dem Vacat Verlag. Jedes Buch stellt eine Frucht aus dem Garten der Potsdamer Schlösser vor und ist eine Hommage an die uns heute bekannten Gartenfrüchte wie Erdbeeren, Äpfel und Birnen. In der Reihe sind z.B. Titel erschienen wie „Erdbeeren für Prinzessinnen“, „Die Melonen der Monarchen“ und „Äpfel fürs Volk“ (je 15 €). Jeder Titel ist ein wahrer Augenschmaus und ein Muss für Gartenliebhaber und Buchfreunde, denn selten hat man solche bibliophil und inhaltlich wunderschönen Bücher in der Hand. Die Reihe ist zu Recht für den „Designpreis der Bundesrepublik Deutschland 2010“ nominiert worden.
Ebenso bibliophil und ausgezeichnet ist das Buch „Mangold und Pastinake. Vergessene Gemüsesorten neu entdeckt“ (Elke Achtner-Theiss, Sabine Krumm, Jan Thorbecke Verlag, 135 Seiten, 24,90 €). Was sich maßlos absurd anhört, ein Buch über vergessene Gemüsesorten (wer möchte sich denn an Gemüse, geschweige den vergessenes noch erinnern?), entpuppt sich als eine Freude für den „Augengaumen“. Wer also wissen möchte, warum er eher Kerbelrüben als Spargelerbsen isst, sollte sich dieses Buch unbedingt schenken lassen. Das Buch wurde bei dem Wettbewerb der Stiftung Buchkunst als eines der schönsten deutschen Bücher 2007 ausgezeichnet.
Bunte Bilder
Für Leute, die lieber Sport machen als morden oder lieber beim Sport zugucken als vom Morden zu lesen, gibt es auch hier ein treffsicheres Geschenk aus dem Buchregal. Der bekannteste deutsche Basketballer Dirk Nowitzki hat in Zusammenarbeit mit zwei Autoren seine Autobiographie vorgelegt („Nowitzki“, Rowohlt, 288 Seiten, 8,95 €), die von seinen Anfängen im heimischen Basketballverein, über die Entdeckung und Förderung durch seinen Mentor Holger Geschwindner und seine Erlebnisse in der amerikanischen Profiliga NBA berichtet. Ein Buch, das vom breiten Basketballkosmos zwischen dem beschaulichen Würzburg und dem urbanen Dallas erzählt.
Nach langer Zeit hat nun auch die Kunsthalle zu Kiel ein repräsentatives Überblickswerk über ihre Sammlungsobjekte erhalten: Dirk Luckow (Hg.): Kunsthalle zu Kiel. Die Sammlung (DuMont, 2007, 584 Seiten, 78 €). In einem opulenten Bildband werden 250 ausgewählte Objekte der Kunsthalle in Wort und Bild dargestellt. Die Autoren zeigen in kurzer aber präziser Beschreibung die Besonderheiten jedes Kunstwerks auf, die aus sechs Jahrhunderten stammen. So vielfältig wie die Sammlungsgegenstände, ist auch das Autorenteam, das sich aus Kunsthallenmitarbeitern, Kunsthistorikern und Professoren sowie Studenten des Kieler Kunsthistorischen Instituts zusammensetzt und mal wieder deutlich zeigt, was vielen nicht klar ist: dass die Kieler Kunsthalle ein Universitätsmuseum ist. Der 584 Seiten starke Bildband spricht Liebhaber der Kieler Kunsthalle an, eignet sich mit seinem hohen Verkaufspreis (78 €) aber eher weniger für den studentischen Geldbeutel, sondern eher als Weihnachtstipp für Eltern, Großeltern und andere Weihnachtsmänner.
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