Neuer Wind in das Lehrerzimmer

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Datum: 23.1.10

Kategorie: Hochschule

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Die Schulen brauchen Migranten … im Lehrerzimmer. Die Bedeutsamkeit dieses Anliegen soll durch die Info-Broschüre des Projektes des LiCAU vermittelt werden.

Kieler Lehramtsstudenten wollen mit Broschüre für Migrantenlehrer werben

von Mounira Ghibri

An der Broschüre kann jeder mitarbeiten Foto: sn

An der Broschüre kann jeder mitarbeiten Foto: sn

Unter der Schirmherrschaft des Campus International startete im Zentrum für Lehrerbildung das Projekt LiCAU – Lehramt international an der CAU. Ziel des Projektes ist die Erstellung einer Informationsbroschüre mit dem Titel „Vielfalt im Lehrerzimmer – Multikulturelle Klassen … und Lehrer!“ Eine Gruppe von Lehramtsstudierenden hat es sich mit ihrer Leiterin Frau Korn zur Aufgabe gemacht, für das Lehramtsstudium zu werben. Aber nicht einfach nur, weil sie ihr Studium so toll finden, sondern die fünf Lehramtsstudenten haben außer ihrem Studiengang noch eine Gemeinsamkeit: Sie haben alle einen Migrationshintergrund. Und sie setzen sich alle mit der Migrationsdiskussion in Deutschland auseinander.

Einige der Topthemen sind die Bildung, die Schule und die hohe Anzahl an ausländischen Schülern bzw. deutschen Schülern mit Migrationshintergrund und damit auftretende Probleme und Unstimmigkeiten. Häufig hapere es an der Kommunikation, vor allem mit den Eltern der Schüler. Der gewisse Zugang fehlt. „Die deutschen Schulen brauchen einfach mehr Lehrer mit Migrationshintergrund“, fordert Sarah Peignard. Sie ist eine der fünf Studenten, die an dem Projekt mitwirken. Ihre Eltern kommen aus Frankreich und Italien, geboren und aufgewachsen ist Sarah in Deutschland. Viele ausländische Eltern kennen sich meist nicht richtig mit dem deutschen Schulsystem aus. Wenn dann noch einige Sprachauffälligkeiten beim Kind sind, landet es schnell auf der Hauptschule ohne sein Potenzial zu beachten. „Lehrer mit Migrationshintergrund bringen Zusatzqualifikationen mit, die deutsche Lehreramtsstudenten nicht haben“, ist Sarah überzeugt.

Daher wollen sie mit ihrer Broschüre vor allem Schüler mit Migrationshintergrund ansprechen. Es soll ihnen Mut gemacht werden, die Vielfalt, die sie mit sich bringen, zu nutzen. Diese Schüler sollen erkennen, welches Potenzial in ihnen steckt und das sie als Lehrer an deutschen Schulen viel bewirken könnten. „Solche Lehrer fehlen noch in den Lehrerzimmern. Sie hätten einen viel größeren sprachlichen Vorteil und somit eine bessere Chance Zugang zu den Eltern zu bekommen“, schätzt Sarah die Situation ein. Daher berichten die fünf Lehramtsstudenten in der Broschüre über sich selbst, ihren Werdegang und vor allem über ihre Schulzeit. Man erfährt über die Probleme, die sie aufgrund ihres Migrationshintergrundes hatten. Aber auch, wie sie Mut gefasst haben. Sie erläutern warum sie sich für den Lehrerberuf entschieden und welches Potenzial sie dafür mitbringen, bestärkt durch ihre Wurzeln. Neben der Leiterin Frau Korn, wirken an dem Projekt der Bund und auch der Bildungsminister Dr. Ekkehard Klug mit. Einen wissenschaftlichen Einstieg soll die Broschüre durch einen Beitrag von Professor Dr. Uwe Sielert bekommen.

Um sowohl die Schüler als auch deren Eltern ansprechen zu können, wird es die Broschüre in mehrsprachiger Ausgabe geben. Neben den Schulen, wurde auch der Kontakt zur Agentur für Arbeit aufgenommen, um gemeinsam so viele Schüler wie möglich erreichen zu können. Die Broschüre befi ndet sich zwar schon so gut wie im Endstadion, ist aber noch nicht ganz fertig. Vor allem für den redaktionellen Bereich braucht das Team noch Mitarbeiter. Wer also Interesse hat, an diesem Projekt mitzuwirken, kann sich gerne an die Teamleiterin wenden: Melanie Korn, 0431/880-1266 oder licau@zfl .uni-kiel.de.



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