Kiel muss Elite werden

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Datum: 13.5.10

Kategorie: Hochschule

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Die nächste Runde der Exellenzinitiative steht bevor. Kiel will wieder antreten und in diesem Zug die Universität reformieren. Doch wohin soll das führen?

Welchen Preis wird die CAU für die Spitzengruppe bezahlen?

Ein Kommentar von Hendrik Lux

Selbst in den Landesministerien werden Witze darüber gemacht: Eine Universität, die noch nicht einmal vernünftige Studienordnungen zustande bringen kann, versteht sich selbst als eine der besten Deutschlands. Aber die Uni soll ja unbedingt in die erste Liga aufsteigen. Dazu muss die CAU weitgehend umgekrempelt werden. Dies soll über Denkgruppen erzielt werden, wobei die studentischen Teilnehmer (bis auf den AStA) in eine extra Denkgruppe ausgelagert wurden. Der Vergleich mit einem Kindertisch drängt sich hier auf. Die Koordinierung hierzu hat ein Professor der Zoologie übernommen. Vermutlich das richtige Fach um unsere Universität zu hegen. Sein Vortrag vom 16.04. zum Start der universitären Denkgruppen war zumindest eine krude Mischung aus Deutsch und Englisch. Elite muss augenscheinlich zwingend zweisprachig sein. Das Ziel sei eine „offene demokratische Kultur“ an unserer Universität, die Hierarchien seien schon jetzt funktional und auch für die Studierenden da. Was auch immer das heißen soll.

Präsident und Zoologe waren sich einig: In Zukunft muss die Politik überzeugt werden, weitere Mittel zur Verfügung zu stellen, um der CAU eine Bewerbung für die dritte Linie der Exzellenzinitiative zu ermöglichen. Forscher sollen nach einer Art „Miles and More“-System belohnt werden. Veröffentlichen sie genug und heben sich auch sonst aus der universitären Masse hervor, so können sie von der Lehre befreit und für eine begrenzte Zeit mit zusätzlichen Mitteln am geplanten „Samuel Reyher House of Advanced Studies“ ihre Projekte verfolgen.

Apropos Elite: Bei den ganzen Gedankenspielen werden die normalen Studierenden wohl auf der Strecke bleiben. Sie sind in der Mehrheit keine Überflieger und werden mit der ganzen Elite wohl nur wenig Kontaktfläche haben. Zudem steht zu befürchten, dass die Mittel für die Exzellenz woanders eingespart werden: Bei den Mittel für die normale Lehre. Ob das Präsidium Ur- und Frühgeschichte oder Archäologie für wichtig erachtet?



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