Siegfried kämpft für Gunther, Gunther kämpft um Brünhild und in Kriemhild erwacht der Kampfgeist spät. Das Nibelungenlied im Kieler Opernhaus.
Das getanzte Niebelungenlied
von Annemarie Schönherr und Imke Schröder
„Kriemhild, oh Kriemhild“, die Stimme der Sprecherin richtet sich warnend an die junge Frau, die wohlbehütet auf dem Wormser Hof aufwächst und nach einem Albtraum aller Liebe abgeschworen hat. Der tapfere, starke Siegfried bringt sie von ihrem Schwur ab und hilft Gunther, ihrem Bruder, die mächtige isländische Königin Brünhild im Kampf zu besiegen, damit er ihm Kriemhild zur Frau gibt. Brünhild heiratet Gunther und das Kräftemessen und Intrigenspinnen, das mit Gunthers unehrlichem Kampf gegen Brünhild begann, nimmt seinen Lauf.
Vor einer kargen mit Plastikfolie ausgekleideten Bühne finden die Kämpfe statt. Die in ihrer Kraft ungleichen Gegner werden durch eine unterschiedliche Anzahl von Tänzern verkörpert. Nachdem Siegfried Brünhild besiegt hat, schafft Gunther es nicht, seine starke Frau im Bett zu bezwingen: Sieben Brünhildes im roten Kampfanzug spielen mit ihm, schubsen ihn zu Jazz-Klängen von einer Seite zur anderen und machen sich über ihn lustig. Bis Siegfried dutzendfach im weißen, reinen Kostüm auftaucht – ein Siegfried nach dem anderen nimmt sich eine Brünhild vor und so kommt Gunther, dargestellt von nur einer Person, doch noch zu seiner Hochzeitsnacht. Anfänglich ist es schwer, die Personen der Handlung auszumachen. Doch dieses Prinzip der Verdopplung zieht sich durch die Inszenierung und verdeutlicht gelungen die momentane Überlegenheit einzelner Figuren.
„Kriemhild, oh Kriemhild“, du zeigst erst am Schluss, was du kannst. Die Partnerin von Siegfried, die in der ausgedehnten ersten Partie eher im Hintergrund bleibt, zeigt nach der Pause, was tänzerisch in ihr steckt. Leider kommt der Schluss zu schnell – ein Gemetzel und alle sind Geschichte. Die interessante Mischung aus Musik und Bewegungen scheinen einzelnen im Publikum zu viel – die Sitzreihen haben sich deutlich gelichtet nach dem ersten Akt.
Dabei stellen Mario Schröder (Inszenierung) und Beate Andres (Dramaturgie) den TänzerInnen mit Nina Sonnenberg eine Sprecherin zur Seite, die das Publikum durch an die Figuren gerichtete Kommentare durch das Stück führt. Eine sehr gelungene Idee, die es auch in der mittelhochdeutschen Literatur nicht so bewanderten ZuschauerInnen ermöglicht, der Handlung zu folgen. Ein guter Einstieg für Neugierige.
Das Nibelungenlied. Ballet von Mario Schröder in der Oper Kiel.
Weitere Aufführungen: 14. Mai & 24. Juni 2010 um 20:00 Uhr im Opernhaus
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Ex-Kieler schreibt zu "„Studierende sind grundsätzlich eine Spur alternativer“":
"Vorher gab es ja keine grüne Hochschulgruppe, weswegen wir uns gegründet haben" Die gab es schon und hat durchaus gute Arbeit geleistet. Weil es zwischenzeitlich keinen Nachwuchs gab hat sich die Grüne HSG zur Auflösung entschlossen. Immer schön sachlich richtig bleiben!



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