Die Klimashopper

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Datum: 08.6.10

Kategorie: Gesellschaft

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Mit einem ‘Carrotmob’ hat eine Gruppe junger Umweltaktivisten in Kiel etwas für den Klimaschutz getan. Eine stolze Summe und viele zufriedene Supermarkt Kunden waren das Ergebnis.

Die Kür des ersten Kieler KliMarkts war ein voller Erfolg

von Boris Rozanski

Die Kieler Klimapartner im Schlemmermarkt - Foto: br

Die Kieler Klimapartner im Schlemmermarkt - Foto: br

„5000 Euro für den Klimaschutz“ so lautet die Tagesbilanz von Markus Rohrandt. Der 29-jährige Kieler hatte gemeinsam mit sechs weiteren Umweltschützern am achten Mai den Schlemmermarkt Freund zu Kiels erstem KliMarkt ernannt. Supermarktinhaber Marten Freund verpflichtete sich als Gegenleistung dazu, zehn Prozent des Tagesumsatzes in die klimafreundliche Umgestaltung seines Ladens zu investieren. Sämtliche Beteiligten – allen voran Rohrandt – sind mit dem Verlauf der Aktion mehr als zufrieden: „Mit so viel Geld hätten wir nie gerechnet. Außerdem haben wir von allen Seiten tolles Feedback bekommen. Einige Leute sind extra eine Woche lang nicht einkaufen gegangen, um heute hier zuzuschlagen – das ist ein toller Anfang!“
Zu Beginn des Jahres hatte die Gruppe eine Auktion um den KliMarkt-Titel gestartet: Eine Vielzahl von Supermärkten war dazu aufgerufen worden, ein Gebot für den zu spendenden Umsatzanteil abzugeben. Vom russischen Einzelhändler bis zu den großen Ketten waren alle mit dabei; Freund bekam schließlich den Zuschlag. Von da an ging alles ganz schnell: Über Internetportale, Flyer und sogar mit Hilfe eines eigens für die Kampagne gedrehten Werbefilmes hat die Gruppe um Markus Rohrandt und die 27 Jahre alte Sarah Sjögren auf ihre Aktion aufmerksam gemacht: „Einkaufen muss man immer. Hier kann man noch etwas Gutes tun.“ Das Interesse ist nach gemeinsamem Bekunden der Umwelt-Partner insbesondere, „dass junge Menschen sich Gedanken über das Klima machen.“
Das Prinzip des sogenannten ‘Carrotmob’ stammt eigentlich aus den USA: Durch wirtschaftlichen Anreiz sollen Unternehmen zu umweltfreundlicherem Verhalten erzogen werden – ähnlich dem sturen Esel, dem man die Karotte vor die Nase hält, damit er sich vom Fleck bewegt. Die Idee für die Kieler KliMarkt-Kampagne kam hingegen aus Köln, wo andere Umweltaktivisten anlässlich des Muttertags eine ähnliche Aktion in Kooperation mit den Blumenläden der Rheinmetropole organisiert hatten. Die Kieler Zelle hält zwar sporadischen Kontakt mit den anderen deutschen Gruppen, ist jedoch vollkommen unabhängig. Während sich Sjögren noch darüber freut, dass die ‘Carrotmobs’ jetzt „überall in Deutschland aus dem Boden sprießen,“ hegt Marten Freund ganz andere Hoffnungen: „Vielleicht kommen ja auch Leute, die noch nie bei uns eingekauft haben.“

Ob er tatsächlich neue Stammkundschaft gewonnen hat, wird sich erst noch zeigen. Sicher ist hingegen, dass die Vorschläge eines unabhängigen Energieberaters, wie mit dem erwirtschafteten Geld im Tagesgeschäft des Schlemmermarktes mehr Rücksicht auf das Klima genommen werden kann, zügig umgesetzt werden. Im Fokus stehen dabei vermutlich insbesondere der Austausch von Leuchtstoffröhren, die Installation von Bewegungsmeldern zur Lichtsteuerung und die Überholung der bereits vorhandenen Wärmerückgewinnungsanlage.
Möglich wurde dies erst durch das Engagement der Klimaschützer, die den Tagesumsatz des Supermarktes um satte 25 Prozent gesteigert haben und nun Pläne für den kommenden Sommer schmieden: „Wir haben ein Aktionskonzept für die Eisdielen im Stadtzentrum entwickelt ,“ aber mehr will Rohrandt dann lieber noch nicht verraten.



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