Rücktritt des Universitätsrates

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Datum: 08.6.10

Kategorie: Hochschule

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Der gemeinsame Universitätsrat der Universitäten Flensburg, Lübeck und Kiel trat am 27. Mai geschlossen zurück. Ein Kommentar von Hendrik Lux.

von Hendrik Lux

Der gemeinsame Universitätsrat der Universitäten Flensburg, Lübeck und Kiel trat am 27. Mai geschlossen zurück.

Begründet wird dies mit den Sparvorhaben der schwarz-gelben Landesregierung im Bereich der Hochschulbildung und Forschung. In ihrer Rücktrittserklärung erklären sie, dass „das Kabinett mit dieser Entscheidung einer konstruktiven Zusammenarbeit die Grundlage entzogen hat. Die Mitglieder des Universitätsrats können es nicht verantworten, die Umsetzung der beschlossenen Strukturentscheidungen weiter zu begleiten und dadurch in den Augen der Öffentlichkeit zu legitimieren.“

Dieser Universitätsrat wurde von der Politik im neuen Hochschulgesetz von 2007 extra ins Leben gerufen, um mit externem Fachwissen den Universitäten beratend zur Seite zu stehen und auch Mitwirkungs- und Überwachungsaufgaben zu übernehmen. Eigentlich ein Kind dieser Landesregierung, hat sich dieser Rat augenscheinlich emanzipiert.

Das Präsidium der Kieler Universität nimmt diesen Schritt mit Bedauern zur Kenntnis, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Auch der AStA, eigentlich kein Freund des Universitätsrates, zollt diesem Schritt Respekt. Die Landesregierung beschloss, in ihren neusten Sparmaßnahmen unter anderem die Unterstützung für das Studentenwerk einzuschränken und keine Zuschüsse mehr für die Studentenwohnheime zu zahlen.

Dies alles muss in einem größeren Zusammenhang betrachtet werden: Die Universität in Flensburg wird de facto eine pädagogische Hochschule werden und wie es mit der Zukunft der Universität Lübeck, ihres Standbeins Medizin beraubt, aussehen wird, kann nur gemutmaßt werden. Nicht nur an den Universitäten und Studierenden wird gespart, auch in der Schülerbeförderung, den Kindertagesstätten und Sozialprojekten wird gespart werden.

Die Landesregierung sollte langsam ins Grübeln können. Der Rücktritt des Universitätsrates konterkariert die eigenen Anstrengungen der letzten Jahre und die derzeitige Politik dürfte der Protestbewegung innerhalb der Studierendenschaft nach dem Bildungsstreik des letzten Jahres wieder mehr Zulauf verschaffen.



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