„Micmacs“

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Datum: 04.7.10

Kategorie: Kultur

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Die Sneak-Preview im Neuen Studio feiert ihr halbjähriges Bestehen. Es gibt Preise für alle und einen französischen Film.

Ein Mann und seine Freunde gegen die Waffenindustrie

von Claudia Baldeweg

Filmplakat: Micmacs - Quelle: Kinowelt

Filmplakat: Micmacs - Quelle: Kinowelt

Es ist Mittwochabend, 22:20 Uhr. Noch 10 Minuten bis die Vorstellung beginnen soll. Zu meiner Schande muss ich zugeben, noch nie in einer Sneak-Preview gewesen zu sein. Umso aufgeregter war ich natürlich. Langsam füllen sich die Sitzreihen. Nach der Vorschau beginnt die Verlosung. Und da die Sneak im Neuen Studio ein halbes Jahr alt wird, gibt es nette Preise für alle. Manche gewinnen Strandsets, andere Kulis und Schlüsselanhänger und ich bin seitdem stolze Besitzerin eines Hörbuchs von Stieg Larsson. Nach der Preisvergabe folgen die „Filmschnipsel“. Hier werden diesmal zwei Ausschnitte von „Grand Torino“ gezeigt. Sehr gute Wahl!

Jetzt beginnt endlich der Film. Im Voraus wurde bereits verraten, dass er erst in einem Monat in den deutschen Kinos anläuft und deshalb im Orginaltton gezeigt wird. Es wird ganz ruhig im Saal. Und, und.. Ohja, ein französischer Film!

Es geht um Bazil (Dany Boon), der nicht viel Glück in seinem Leben hat. Als er noch ein kleiner Junge ist, stirbt sein Vater beim Entschärfen einer Granate und dann, einige Jahre später, schießt ein Fremder Bazil noch eine Kugel in den Kopf. Diese verletzt ihn allerdings nicht tödlich, sodass die Ärzte auf entscheiden, die Kugel drin zu lassen. Schließlich verliert er seinen Job und seine Wohnung, was ihn dazu bewegt, sich als Straßenkünstler durchzuschlagen.

Doch wie in jedem guten Film folgt eine glückliche Wendung. Bazil lernt auf der Straße den alten Canaille (Jean-Pierre Marielle) kennen und findet so in einer Hütte auf einem Schrottplatz sein neues zu Hause und eine verrückte, aber liebevolle Familie. Diese besteht ebenfalls aus Außenseiterfiguren und bastelt aus Schrott neue Sachen, um sich den Lebensunterhalt zu verdienen. Und wie es der Zufall will, kommt er ganz nebenbei dem Mördern seines Vaters und auch den Leuten, denen er die Kugel in seinem Kopf zu verdanken hat, auf die Schliche.

Bei diesem Film ist für jeden was dabei. Die Jungs bekommen explodierende Häuser und die Mädchen eine kleine Liebesgeschichte. Jean-Pierre Jeunet, der bereits Filme wie „Delicatessen“ und „Die fabelhafte Welt der Amélie“ drehte, beweist auch hier wieder sein Können. Er zaubert bizarre Figuren und den typisch französischen Humor auf die Leinwand, sodass es Spaß macht hinzusehen. Trotz allem darf man den politischen Aspekt dieses Films nicht außer Acht lassen. Er setzt ein klares Statement gegen die Waffenindustrie und all ihre Beteiligten.

Kurz nach 1:00 Uhr neigte sich der Kinoabend dem Ende zu. Das Publikum sah sehr zufrieden aus. Und ich war es auch.

Für alle Interessierten: Filmstart ist der 22.Juli



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