Die Kieler Musiklandschaft

Mehr zum Text

von

Datum: 04.7.10

Kategorie: Kultur

Schlagwörter: , ,

Bilderstrecke

Weiterempfehlen




Unter dem Titel „Offenes Gelände“ gibt es in Kiel jetzt eine Open Stage, auf der Nachwuchsmusiker sich mitteilen können.

…ist ein „Offenes Gelände“

von Bernadett Skala

Auf offenem Gelände - Foto: bs

Auf offenem Gelände - Foto: bs

Fast jede größere Stadt hat sie. Nur Kiel hinkt mal wieder hinterher. Doch seit Mai kann auch die Landeshauptstadt eine regelmäßige Open Stage für Liedermacher vorweisen – die Gelegenheit für Nachwuchsmusiker ihr Können auf der Bühne unter Beweis zu stellen.

Bisher waren die Chancen auf einen Auftritt für neue Musiktalente in dieser Richtung spärlich gesäht. Lediglich im Prinz Willy oder einmal im Jahr bei der Kieler Woche auf der Jungen Bühne gab es die Chance auf einen Auftritt. Doch jetzt kann man sich einmal im Monat ganz ohne undurchsichtige Auswahlverfahren und komplette Platte im Gepäck an die Musikfront trauen. „Wir wollen auch jemandem die Möglichkeit geben, der vielleicht noch nie vorher auf einer Bühne gestanden hat und das einfach mal ausprobieren möchte“, so Robert Daugs, einer der Initiatoren. Und Maximilian Schiller, der Zweite im Bunde, fügt hinzu: „Wir wollen niemanden einschränken und sagen, wir nehmen nur den klassischen Liedermacher. Es kann sich auch jemand hinsetzen und was Anderes machen. Es soll aber vornehmlich Akustikmusik sein.“

Dass es keine Beschränkungen für die Stilmittel und Instrumentenauswahl gibt, zeigte auch die Eröffnungsfeier am 20. Mai, wo es unter anderem osteuropäischen Folk und Klezmer von der „Sitzgruppe Ost“, eine klassische Gitarre und eine Bomben-Stimme von „Janina“ und Hamburger Schule von „Walheimat“ auf die Ohren gab. Das „Unrat“ in der Metzstraße war gerappelt voll – gut für die Hutkasse! Denn der Eintritt ist frei und die Bands spielen ohne Gage. Und auch Maximilian und Robert wollen keinen Gewinn machen. „Wir wollen, dass Musiker kommunizieren und Kontakte knüpfen können. Und dass jeder die Chance hat, gute Musik zu hören“, so Max. Die beiden sind selbst in der Gruppe „Laut ist Leichter“ aktiv und wissen, wie bedeutsam „eine Plattform für die Musikerszene ist, welche die Möglichkeit gibt, miteinander Sachen zu machen und sich auszuprobieren“, so Robert.

Auch in Zukunft soll zunächst eine Band beziehungsweise ein Liedermacher spielen und danach die Bühne freigegeben werden für Leute, die ihre Songs gern mit anderen teilen möchten und bisher vielleicht noch nicht die Gelegenheit dazu hatten. Die nächste Möglichkeit zum Spielen, Lauschen und Genießen bietet sich am 22. Juli im „Unrat“. Eingeleitet wird der Abend von N.A. Wilckens, dem Gewinner des ersten Singer Songwriter Contests in Kiel, und dann heißt es Bühne frei für alle Arten der Akustikmusik. Hingehen lohnt sich, denn Kiel hat in Sachen Musik mehr zu bieten, als man denkt, und kann mit anderen Großstädten allemal mithalten.



1 Kommentar

  1. Moin, ich hab da mal ne Frage, ob auch eine deutschrockband dort auftreten könnte. Diese wäre nämlich “Land in Sicht” aus Nordfriesland (sind unter diesen Namen auch bei Facebook). Die könnten sicherlich auch Unplugged spielen, aber sie würden lieber so spielen, wie sie es wollen, um so Erfahrung zu sammeln. Ich freue mich über eine Rückmeldung und kann diese junge Band via Facebook nur weiterempfehlen ;)

Sag deine Meinung!