Trotz Vuvuzela – die WM weckt das Interesse an Afrika. Welche Möglichkeiten es für Kieler Studierende gibt, die spannende Kultur des zweitgrößten Kontinents über Praktika und Studienaufenthalte zu erkunden, hat der Albrecht für Euch recherchiert.
Für Studierende hat der afrikanische Kontinent auch neben der WM einiges zu bieten
von Jonas Hennig und Hannes Reinhardt
Die Welt ist im WM-Fieber. In Südafrika rollt der Ball und die Welt schaut zu. Dadurch rückt der gesamte afrikanische Kontinent, wie lange nicht, in den Fokus der Weltöffentlichkeit. Die massive Kritik von Spielern, Medien und Fans am monotonen Getröte der Vuvuzelas mag berechtigt sein. Nicht nur die spielerische Koordination auf dem Fußballplatz wird gestört, sondern auch die emotionalen Höhen und Tiefen der Stadionatmosphäre gehen unter. All das ändert natürlich nichts an der Faszination, die das sympathische Gastgeberland und ganz Afrika für Viele ausüben. Dies ist mit Blick auf die lebendige und bunte afrikanische Kultur, die nun auch medial vermittelt wird, nur allzu verständlich. An der CAU bestehen zahlreiche Angebote Afrika hautnah zu erleben, internationalen akademischen Austausch zu realisieren und praktische Erfahrungen auf diesem einzigartigen Kontinent zu sammeln. Gerade für StudentInnen, die ihren Horizont erweitern und/oder einen Beitrag zur humanitären Hilfe erbringen möchten, gibt es vielfältige Optionen in Afrika aktiv zu werden. DER ALBRECHT gibt den Kieler Studierenden, deren Afrikalust geweckt wurde, einen Überblick über Studien- und Praktikumsmöglichkeiten.Das International Center (Westring 400, Erdgeschoss) bietet den Interessierten Unterstützung nahezu jedweder Art. Es kann ein erster Ansprechpartner sein, falls der- oder diejenige lediglich am Anfang seiner oder ihrer Überlegungen steht. Auch in den folgenden Phasen der Planung berät das International Center die Studierenden bei Fragen und Problemen und begleitet sie auf dem Weg zu einem erfolgreichen Afrikaaufenthalt.
Zwar unterhalte die CAU zur Zeit noch keine Partnerschaft zu einer afrikanischen Universität. „Möglichkeiten zu einem Auslandssemester gibt es aber dennoch“, weiß Frau Dr. Elisabeth Grunewald, Beraterin deutscher Studierender im Ausland. „Wir beraten die Studierenden in Fragen der Länder- und Uni-Auswahl, der Finanzierung und unterstützen sie auch in der Kommunikation mit der Universität.“ Viele Unsicherheiten der Studierenden, die beispielsweise beim Ausfüllen vom Formularen bestehen, können so beseitigt werden.
Oft ist die Finanzierung eines Auslandssemesters ein großes Hindernis, welches es zu überwinden gilt. Der Deutsche Akademische Austausch-Dienst (DAAD) bietet – anders als beispielsweise ERASMUS, welches ein rein europäisches Programm ist – Stipendien für Auslandssemester weltweit an. Für einen Aufenthalt im Jahr 2011 endet die Antragsfrist für ein Stipendium vom DAAD am 30. September 2010. Hilfe bei der Beantragung bietet ebenfalls das International Center.
Bei der Vermittlung von Auslandspraktika ist IAESTE (International Association for the Exchange of Students for Technical Experience) die weltweit größte PraktikantInnen-Austauschorganisation für Ingenieurs- und Naturwissenschafts-Studiengänge. Sie vermittelt Praktika von vier bis sechs Wochen bis zu einer Länge von einem Jahr, alle sind voll finanziert und betreut. Wichtig ist, dass die interessierten Studierenden eine gewisse Flexibilität mitbringen, da zunächst nur ein großzügiger Zeitrahmen abgesteckt wird, innerhalb dessen das Praktikum stattfinden würde. Die CAU bietet für IAESTE-Praktika in Afrika jährlich zehn Plätze an. Für weitere Fragen steht Herr Jan Bensien (0431/880-3716) vom International Center zur Verfügung.
Die studentische Organisation AIESEC, die Auslandspraktika in 110 Ländern vermittelt, verzeichnet ein zunehmendes Interesse an Afrika. Laura Weiß und Stefan Haker von AIESEC Kiel weisen auf die Vorteile hin: Schnelle Vermittlung, intensive Vorbereitungsseminare und eine seriöse Prüfung der ArbeitgeberInnen. In den Seminaren werden die TeilnehmerInnen unterstützt, ihre Bewerbungen anzufertigen, die dann über die AIESEC-Datenbanken an die potenziellen Arbeitgeber gesendet werden. Die Chancen, in Afrika einen Praktikumsplatz zu bekommen, seien aufgrund des Überangebots sehr gut. AIESEC stellt sicher, dass eine Vergütung gezahlt wird, mit der die Lebenshaltungskosten im jeweiligen Land locker getragen werden können. Die StudentInnen leben in sogenannten Praktikantenhäusern. Der so stattfindende, besonders intensive internationale Austausch macht den besonderen Reiz der AIESEC-Praktika aus. Lernen im globalen Umfeld ist hier nicht nur eine theoretische Maxime. Mögliche Praktika können acht Wochen, aber je nach Wunsch auch über ein Jahr andauern. Alle interessierten Kieler StudentInnen sind eingeladen, einen Beratungstermin unter vpogxki(at)aiesec(dot)de zu vereinbaren. Zuletzt war eine Geographiestudentin aus Kiel mit AIESEC in Kenia und klärte dort in Schulprojekten über AIDS auf. Sie zog ein durchweg positives Fazit. Neben der Begeisterung für Menschen und Kultur lobte sie vor allem die gute Betreuung vor Ort, die gerade in Afrika wichtig sei. Übrigens: in Kenia ist die Vuvuzela-Tröte nicht verbreitet.
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