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	<title>DER ALBRECHT</title>
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	<description>Unabhängige Hochschulzeitung an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel</description>
	<lastBuildDate>Thu, 02 Feb 2012 11:15:48 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Comic-Kolumne: Stepkids of the Revolution</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Jan 2012 16:46:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernadett Skala</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Alte Meister]]></category>
		<category><![CDATA[AnthonyHope-Smith]]></category>
		<category><![CDATA[Batman]]></category>
		<category><![CDATA[Blutprinzessin]]></category>
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		<category><![CDATA[David Hine]]></category>
		<category><![CDATA[Der ewige Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Doug Headline]]></category>
		<category><![CDATA[Fumetti: Comics aus Italien]]></category>
		<category><![CDATA[Gonzo]]></category>
		<category><![CDATA[Hunter S. Thomson]]></category>
		<category><![CDATA[Im Angesicht des Feindes]]></category>
		<category><![CDATA[Joachim Trinkwitz]]></category>
		<category><![CDATA[Joe Haldeman]]></category>
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		<category><![CDATA[Von der Kürze des Lebens]]></category>
		<category><![CDATA[Will Bingley]]></category>

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		<description><![CDATA[Unsere monatliche Comic-Kolumne beschäftigt sich im Februar mit der Comicbiografie des Schriftstellers Hunter S. Thompson ("Fear and Loathing in Las Vegas") und stellt die Frage nach einer möglichen Krise im anspruchsvollen Comic. Außerdem: Die wichtigsten Neuerscheinungen von Superhelden bis Sekundärliteratur.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit Comic-Biografien ist es mittlerweile ja wie mit Hämorrhoiden &#8211; irgendwann kriegt jeder Arsch eine. Mit „Gonzo“ hat es nun Hunter S. Thompson erwischt, den Begründer des durch seine radikale Subjektivität gekennzeichneten Gonzo-Journalismus. Thompson galt in den Sechziger und Siebziger-Jahren als personifiziertes Gewissen der amerikanischen Gegenkultur, obwohl er ständig den Kopf voller Koks und die Jagdflinte im Anschlag hatte. Egal, ob er gerade den Wahlkampf Richard Nixons torpedierte oder den Kult-Roman „Fear and Loathing in Las Vegas“ verfasste &#8211; wo Thompson zu Gange war, ging die Post ab.</p>
<p>Den Newcomern Will Bingley (Skirpt) und Anthony Hope-Smith (Zeichnungen) gelang mit „Gonzo“ nun ein Werk, das das Gros der Comicbiografien deutlich überragt, da es tatsächlich einen umfassenden Einblick ins Leben und Wirken des Protagonisten offeriert. Und der knallorangene Einband ist schlicht der Hammer. Allerdings wird „Gonzo“ von purer Sachlichkeit regiert, wo in Thompsons Leben Genie und Wahnsinn eine Liebesehe geschlossen hatten.</p>
<p><a href="http://der-albrecht.de/wp-content/uploads/2012/01/1.-Gonzo.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-7714" style="border: 10px solid white;" title="1. Gonzo" src="http://der-albrecht.de/wp-content/uploads/2012/01/1.-Gonzo.jpg" alt="" width="290" height="403" /></a>Den Vorwurf der Sachlichkeit an eine Biografie zu richten, mag vielleicht wie das Letzte klingen, was man ihr ankreiden darf &#8211; angesichts des Subjekts ist es jedoch ein nicht zu unterschätzendes Versäumnis: Klare Linien und schlichtes Schwarz-Weiß eignen sich nun einmal nicht, um Thompsons permanente Exzesse auch nur ansatzweise abbilden zu können. Eine Seriösität, wie sie Bingley und Hope-Smith hier ausstellen, kann für einen Gonzo tödlich sein.</p>
<p>Damit stehen sie symptomatisch für die Misere, in der sich die gezeichnete Biografie derzeit befindet: Seit sie adrett rausgeputzt und parfümiert als „Graphic Novel“ Einzug in die Feuilletons und Privatbibliotheken gehalten hat, verkneift sie sich krampfhaft alles, was in der feinen Gesellschaft auf Missfallen stoßen könnte. Diese zur Schau gestellte Distinguiertheit ist der natürliche Feind von Verspieltheit und Wagemut, die aber ihrerseits für ein großes Kunstwerk unabdingbar sind.</p>
<p>Hunter S. Thompson wusste das. Er wandte seinen Blick nie von Missständen ab und ging mit bitterer Konsequenz immer dahin, wo es wehtat: Als er im Februar 2005 glaubte, alles gesagt zu haben, setzte er seinem Leben mit einer Kugel ein Ende. Ein solcher Suizid ist „Gonzo“ natürlich unangenehm. Der Comic zitiert an dieser Stelle lieber ein Gedicht von Eileen O‘Conell.</p>
<p><em>Will Bingley/Anthony Hope-Smith: Gonzo &#8211; Die grafische Biografie von Hunter S. Thompson. Tolkemitt Verlag. 192 Seiten (s/w), Softcover. 14,80 Euro.</em></p>
<hr />
<p><strong>Comics des Monats:</strong></p>
<p><a href="http://der-albrecht.de/wp-content/uploads/2012/01/2.-Daddy.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-7712" style="border: 10px solid white;" title="2. Daddy" src="http://der-albrecht.de/wp-content/uploads/2012/01/2.-Daddy.jpg" alt="" width="250" height="250" /></a>„Daddy“<br />
Titel: Daddy<br />
Autor: Matthias Schultheiss.<br />
Verlag: Splitter. 68 Seiten (farbig), Hardcover. 15,80 Euro.<br />
Wertung: ★★★</p>
<p>Schon wieder ein Comeback von Jesus &#8211; und das noch vor Ostern: Als sich Gottes Sohn weigert, den Menschen ein zweites Mal als Heiland zu erscheinen, wird sein Vater &#8211; ganz alttestamentarisch &#8211; sauer, straft ihn mit Blindheit und verbannt ihn auf die Erde. Das dortige Elend treibt Jesus in die Heroinabängigkeit, während er mit seinen verbliebenen Heilkräften zu retten versucht, was an der Menschheit noch zu retten ist. Stets an seiner Seite: Ein zwergwüchsiger Führer, unschwer als Adolf Hitler mit Narrenkappe zu identifizieren. „Daddy“, das jüngste Werk von Deutschlands Comic-Großmeister Matthias Schultheiss, ist eine graphisch eindrucksvolle Darstellung einer Welt, die im Dies- wie Jenseits gleichermaßen verkommen ist. Das Problem ist nur, dass Schultheiss hier auf ausgetretenen Comic-Pfaden wandelt, die von Garth Ennis „Preacher“- und „Wormwood“-Reihen bereits wesentlich innovativer beschritten wurden. Wer allerdings schon immer einmal wissen wollte, wie eine Kombination aus „Die Passion Christi“ und „Taxi Driver“ aussehen würde, findet in „Daddy“ seine Erlösung.</p>
<hr />
<p><a href="http://der-albrecht.de/wp-content/uploads/2012/01/3.-Batman.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-7711" style="border: 10px solid white;" title="3. Batman" src="http://der-albrecht.de/wp-content/uploads/2012/01/3.-Batman.jpg" alt="" width="250" height="250" /></a>„Im Angesicht des Feindes“<br />
Titel: Batman: Im Angesicht des Feindes<br />
Autor: David Hine (Skript), Scott McDaniel (Zeichnungen).<br />
Verlag: Panini Comics. 164 Seiten (farbig), Softcover. 16,95 Euro.<br />
Wertung: ★★★★★</p>
<p>Wer braucht schon Jesus, wenn er Batman hat? Seit 1939 Jahren leidet der dunkle Ritter für unsere Sünden und entpuppt sich zunehmend als Kitt, der die Moderne zusammenhält. In „Im Angesicht des Feindes“ bekommt er es nun mit einer neuartigen Droge zu tun, die harmlose Bürger in ausgeflippte Joker-Klone verwandelt und Gotham City in ein Chaos zu stürzen droht. Als dann auch noch ein falscher Batman per Internet-Botschaften zur Selbstjustiz aufruft, gerät die Stadt an den Rande eines Bürgerkriegs. Es ist eine schwarze, in Stacheldraht eingewickelte Komödie, die Autor David Hine hier mit sauber platzierten Nierenhaken als Pointen erzählt. Angesichts der Straßenkrawalle vom letzten Jahr ist seine, in Amerika bereits 2010 erschienene, Geschichte nicht nur aktuell, sondern geradezu prophetisch. Da erscheint es nur noch als Frage der Zeit, bis Batman an Jesus Stelle an den Kreuzen unserer Kirchen hängt. Und bis es so weit ist, knien wir einfach vor grantig-grandiosen Großtaten wie „Im Angesicht des Feindes“ nieder.</p>
<hr />
<p><a href="http://der-albrecht.de/wp-content/uploads/2012/01/4.-Blutprinzessin.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-7710" style="border: 10px solid white;" title="4. Blutprinzessin" src="http://der-albrecht.de/wp-content/uploads/2012/01/4.-Blutprinzessin.jpg" alt="" width="250" height="250" /></a>„Blutprinzessin“<br />
Titel: Blutprinzessin<br />
Autor: Doug Headline (Skript), Max Cabanes (Zeichnungen).<br />
Verlag: Schreiber &amp; Leser. 159 Seiten (farbig), Hardcover. 24,80 Euro.<br />
Wertung: ★★</p>
<p>Hinter „Blutprinzessin“ steckt geballte Prominenz: Die Vorlage stammt vom populären Krimiautor Jean-Patrick Manchette, visuell umgesetzt wurde sie von dem hochdekorierten Zeichner Max Cabanes und das Skript adaptierte Doug Headline. Letzterer ist allerdings eher für seinen coolen Künstlernamen, als für herausragende Arbeit bekannt. Die Handlung spielt in den 1950ern und beginnt mit der gescheiterten Entführung der siebenjährigen Alba, der Nichte eines mächtigen Waffenhändlers. Auf diesem Ereignis aufbauend, entwickelt sich ein doppelbödiges Intrigenspiel um falsche Identitäten, bei dem der Leser recht schnell selbst nicht mehr weiß, wo ihm der Kopf steht. Will er aber auch gar nicht, denn Figuren und Geschichte präsentieren sich dermaßen unspektakulär, dass sich schnell reines Desinteresse einstellt. Die Zeichnungen sind zwar schick, wurden aber für die Veröffentlichung im Buchformat so verkleinert, das Opulenz und Details kaum eine Chance haben. Gepflegte Langeweile also, die zu produzieren es scheinbar großer Namen bedarf.</p>
<hr />
<p><a href="http://der-albrecht.de/wp-content/uploads/2012/01/5.-Prinzip-Synthese.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-7709" style="border: 10px solid white;" title="5. Prinzip Synthese" src="http://der-albrecht.de/wp-content/uploads/2012/01/5.-Prinzip-Synthese.jpg" alt="" width="250" height="250" /></a>Sekundärliteratur 1: „Prinzip Synthese“<br />
Titel: Prinzip Synthese: Der Comic<br />
Autor: Mathis Bicker, Ute Friedrich und Joachim Trinkwitz (Herausgeber).<br />
Verlag: Weidle Verlag. 89 Seiten (sw), Softcover. 15 Euro.<br />
Wertung: ★★</p>
<p>Manche Publikationen müssen sich den Vorwurf der Wahllosigkeit nicht nur gefallen lassen, sie fordern ihn geradezu heraus. Wie der Sammelband „Prinzip Synthese: Der Comic“:  Forschungstexte über formale wie inhaltliche Aspekte der Kunstform treffen auf Interviews, Rezensionen und ein- bis vierseitige Kurzcomics. Das Prädikat „Anything Goes“ ist hier noch Understatement. Erschwerend kommt hinzu, dass sich vor allem in den Forschungstexten eine  „Bachelorisierung“ der Artikel abzeichnet, führt ihre Länge von in der Regel 3-6 Seiten doch dazu, dass es sich bei ihnen in der Mehrheit um kaum mehr als bessere Einleitungen handelt. Obwohl man die Bezeichnung „besser“ hier auch nicht generell anwenden möchte: Bewegen sich die ersten Beiträge noch auf durchaus ansprechendem Niveau, „guttenbergt“ es später an allen Ecken und Enden. Von der ansonsten einheitlichen Zitierform wird abgewichen, die bibliografischen Angaben variieren und angekündigte Abbildungen scheinen schlicht vergessen worden zu sein.</p>
<hr />
<p><a href="http://der-albrecht.de/wp-content/uploads/2012/01/6.-Reddition-55.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-7708" style="border: 10px solid white;" title="6. Reddition 55" src="http://der-albrecht.de/wp-content/uploads/2012/01/6.-Reddition-55.jpg" alt="" width="250" height="250" /></a>Sekundärliteratur 2: „Fumetti: Comics aus Italien“<br />
Titel: Reddition 55 &#8211; Dossier Fumetti: Comics aus Italien.<br />
Autor: Volker Hamann (Herausgeber).<br />
Verlag: Edition Alfons. 82 Seiten (farbig), Softcover. 10 Euro.<br />
Wertung: ★★★★</p>
<p>Wenn einer eine Reise macht, dann hat er was zu erzählen. Das dachten sich auch die Herausgeber des Fachmagazins „Reddition“ und veranstalten für ihre 55. Ausgabe eine Ländertour durch den Fumetti, den italienischen Comic. Dabei machen sie einen weiten Bogen um die beiden großen Touristenattraktionen Hugo Pratt (als Zeichner von „Corto Maltese“ einer der großen Innovatoren der Kunstform) und den einheimischen Disney-Comic (beispielsweise stammt der Großteil des Materials, das monatlich die „Lustigen Taschenbücher“ füllt, nicht etwa aus Amerika, sondern eben aus Italien). In den Mittelpunkt rücken stattdessen Geschichtssträchtiges und In-Spots, die allerdings nicht immer für die ganze Familie geeignet sind. So empfiehlt es sich beim Besuch der Sehenswürdigkeiten Serpieri und Manara die Kinder im Hotel zu lassen: Beide Zeichner haben einen Hang zum Pornografischen, dem nur ihre Kunstfertigkeit ebenbürtig ist. Kein Pauschalurlaub also, sondern ein üppig bebilderter Rundtrip, auf dem es jenseits ausgetretener Pfade einiges zu entdecken gibt.</p>
<hr />
<p><strong>Wiederveröffentlichung des Monats:</strong></p>
<p><a href="http://der-albrecht.de/wp-content/uploads/2012/01/7.-Der-ewige-Krieg.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-7705" style="border: 10px solid white;" title="Der ewige Krieg" src="http://der-albrecht.de/wp-content/uploads/2012/01/7.-Der-ewige-Krieg.jpg" alt="" width="250" height="250" /></a>„Der ewige Krieg“<br />
Titel: Der ewige Krieg &#8211; Gesamtausgabe<br />
Autor: Joe Haldeman (Skript), Mark Marvano (Zeichnungen).<br />
Verlag: Carlsen Comics. 168 Seiten (farbig), Hardcover. 29,90 Euro.<br />
Wertung: ★★★★</p>
<p>Die Zukunft altert schlecht. Wird ein Science-Fiction-Comic wiederveröffentlicht, ist sein Futur häufig bereits zum Präsens geworden, weist mit der Realität in der Regel aber kaum Übereinstimmungen auf. Als der Dreiteiler „Der ewige Krieg“ 1988 erstmals erschien, lag das Jahr 2010 in dem seine Handlung einsetzte noch in weiter Ferne &#8211; heute ist es Schnee von gestern. Autor Joe Haldeman und Zeichner Mark Marvano verstehen es jedoch, sich clever aus der Affäre zu ziehen, indem sie eine zeitlose Allegorie auf die Sinnlosigkeit der Krieges entwickeln: In den Tiefen des Alls beginnen die Menschen einen jahrhundertelangen Kampf gegen die Tauren, eine ihnen nahezu unbekannte außerirdische Rasse. Auslöser ist ein marginaler Zwischenfall, vermutlich lediglich ein Unfall, die Gewaltspirale, die er auslöst, wird jedoch Millionen Leben kosten. Zwar spielt der Comic seine futuristischen Schauwerte geschickt aus, lässt sie aber nie die drastisch-antimilitärische Aussage überlagern. Selten hat der Krieg im Comic stupider gewirkt, das hier ist „Full Metal Jacket“ im Weltall.</p>
<hr />
<p><strong>Short Cuts:</strong></p>
<p>Ein Mann sitzt auf einer Bank im Museum und lästert über die Kunst und das Leben &#8211; aus dieser Prämisse machte Thomas Bernhard den Roman „Alte Meister“, den der Zeichner Mahler nun als Comic adaptiert hat (Suhrkamp, 158 Seiten, 18,99). Das Ergebnis richtet sich zwar eher an aufgeschlossene Literaturfreunde, ist aber zweifelsohne schön schräg. +++ Kein Monat ohne Untote: Mit „Von der Kürze des Lebens” (Splitter, 48 Seiten, 13,80 Euro) erscheint nun der zweite Teil der „Zombies“-Trilogie. Dieser verlässt sich zwar stärker auf Standardsituationen als sein Vorgänger, liefert aber ebenso exquisite Zeichnungen und für das Genre untypisch stilvollen Horror. +++ In „Die Herrschaft der Doomsdays“ (Panini, 132 Seiten, 14,90) kehrt schließlich das Monster in die „Superman“-Serie zurück, das den Mann von Morgen 1993 zeitweilig ins Jenseits beförderte. Das Comeback ist dabei leider nur ein Vorwand für kryptisch kompilierte Kloppereien, die lediglich Komplettisten ans Herz zu legen sind.</p>
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		<title>Verkupplung in der Oper á la Hitch der Datedoktor</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Jan 2012 16:17:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marie-Delphine Darmstaedter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Barbier von Sevilla]]></category>
		<category><![CDATA[Oper]]></category>

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		<description><![CDATA[In unserem Opernhaus Kiel wird seit dem 10. Dezember 2011 Gioachino Rossini’s berühmte Oper „Der Barbier von Sevilla“ aufgeführt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bei dem Wort Oper zieht sich bei dem einen oder anderen schnell mal der Magen zusammen, obwohl es doch sehr subjektiv ist. Entweder man hasst sie oder man liebt sie.</p>
<p>Doch wer gerne mal einen Quereinstieg in die Welt der Opern wagen will, hat hier die optimale Chance. Geboten wird: ein metrosexueller Friseur namens Figaro (Tomohiro Takada), der für Geld gerne mal zu Hitch dem Datedoktor wird, der leicht hysterische Graf Almaviva (Juan Sancho), welcher sich unter dem Namen Lindoro ausgibt um die schöne Rosina (Lesia Mackowycz, Amira Elmadfa) für sich zu gewinnen, ein alter Doktor, der auf junges Frischfleisch steht (Jörg Sabrowski, Elia Fabbian), die stolze immerzu niesende Haushälterin Berta (Marina Fideli, Sen Acar) und die Garde aus leicht verwirrten Polizisten, die gerne mal ihr Tanzbein schwingen.</p>
<div id="attachment_7696" class="wp-caption alignleft" style="width: 270px"><a href="http://der-albrecht.de/wp-content/uploads/2012/01/24592_37157_Barbier9.jpg"><img class="size-full wp-image-7696" title="24592_37157_Barbier9" src="http://der-albrecht.de/wp-content/uploads/2012/01/24592_37157_Barbier9.jpg" alt="Figaro (Tomohiro Takada) verpasst Bartolo (Jörg Sabrowski) eine unvergessliche Rasur. Foto Olaf Struck ." width="260" height="400" /></a><p class="wp-caption-text">Figaro (Tomohiro Takada) verpasst Bartolo (Jörg Sabrowski) eine unvergessliche Rasur. Foto Olaf Struck .</p></div>
<p>Weil Rosina schon dem Doktor Bartolo versprochen ist, planen Lindoro und der Barbier eine Verleumdung gegen Bartolo, um sie aus den Fängen des alten Knackers zu befreien. Vom besoffenen Soldaten bis hin zum schwulen Klavierlehrer wird nichts unversucht gelassen. Doch der zu Anfang funktionierende Plan gerät in jähes Wanken, als Rosina Ihren Lindoro aufgrund eines Missverständnisses verrät. Ein Wettkampf gegen die Zeit beginnt.</p>
<p>Die Mischung aus gewolltem Opernkitsch und moderner Neuzeitkomik, machen aus einem sonst langweiligen Opernbesuch schnell eine positive Überraschung und die Dauer von drei Stunden bleibt gänzlich unbemerkt. Jeder Charakter der Besetzung hat seinen eigenen Charme, vor allem der alte Doktor entlockt einem immer wieder ein kurzes Lachen.</p>
<p>Einziger Wehmutstropfen ist das Mitlesen der deutschen Übersetzung, da die gesamte Oper auf italienisch gesungen wird. Aber da gewöhnt man sich schnell dran, vor allem weil das gesungene italienisch den Protagonisten mit Ihrer überschwänglich, gewollt melodramatischen Art, gefühlt noch viel mehr Charakter einflöst.</p>
<p>Die Besetzung glänzt außerdem nicht nur durch guten Gesang (zugegeben, Operngesang ist und bleibt Geschmackssachen), sondern auch durch schauspielerisches Talent. So wird der Besuch zur positiven Neuerfahrung, vor allem für die, welche der Oper schon beim ersten Besuch mit Omi und Opi abgeschworen haben.</p>
<p>Nicht umsonst genießt „der Barbier von Sevilla“ seit seiner Uraufführung im Jahre 1816 an großer Popularität. Die Preise für Tickets variieren je nach Platzwahl zwischen fünf und fünfzig Euro. Kostspielig, vor allem wenn man was von der Bühne sehen will, aber eine Überlegung ist es auf jeden Fall wert.</p>
<p>Aufgeführt wird die Oper noch bis zum 24. Mai 2012. Hin oder sein lassen!</p>
<p><strong>Hier noch ein paar Eindrücke aus dem Stück:</strong></p>

<div class="ngg-imagebrowser" id="ngg-imagebrowser-17-7401">

	<h3></h3>

	<div class="pic">
<a href="http://der-albrecht.de/wp-content/gallery/barbier/24584_37149_barbier1.jpg" title="Tomohiro Takada (Figaro, von links), Jörg Sabrowski (Bartolo), Juan Sancho (Almaviva) und Amira Elmadfa (Rosina). Foto: Olaf Struck." class="shutterset_barbier">
	<img alt="" src="http://der-albrecht.de/wp-content/gallery/barbier/24584_37149_barbier1.jpg"/>
</a>
</div>
	<div class="ngg-imagebrowser-nav"> 
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		</div>
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		</div>
		<div class="counter">Picture 1 of 11</div>
		<div class="ngg-imagebrowser-desc"><p>Tomohiro Takada (Figaro, von links), Jörg Sabrowski (Bartolo), Juan Sancho (Almaviva) und Amira Elmadfa (Rosina). Foto: Olaf Struck.</p></div>
	</div>	

</div>	


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		<title>Nichts zu sagen? Willkommen im Club!</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Jan 2012 12:44:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Neitzel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hochschule]]></category>
		<category><![CDATA[Fotos]]></category>
		<category><![CDATA[Süddeutsche Zeitung]]></category>

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		<description><![CDATA[Plagieren ist das neue Kreativ. Um den Zug nicht zu verpassen ist auch der Albrecht sich für nichts zu schade. Unverfroren bedient er sich bei.. ach, seht doch selbst: ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Name:</strong> Sag nix.</p>
<p><strong>Geboren:</strong> Nur geklont.</p>
<p><strong>Beruf:</strong> Kirchturmkanditat</p>
<p><strong>Ausbildung:</strong> Wir sagen gar nichts.. ohne unseren Anwalt.</p>
<p><strong>Status:</strong> Wenigstens ehrlich.</p>
<p>Wenn große Ambitionen auf ausgeprägte Faulheit und einen eklatanten Mangel an Kreativität treffen, bleibt eigentlich nur Klauen, Stehlen und Abschreiben. Zum Beweis, dass auch schon erfolglos-junge Möchtegernjournalisten aus Studierendenkreisen mit diesen politischen Vorzeigetugenden ausgestattet  sind,  haben wir uns schamlos am „Sagen sie jetzt nichts“- Format des Süddeutsche  Zeitung Magazins vergriffen (sz.magazin.süddeutsche.de). Das Prinzip ist denkbar einfach: Interview ganz traditionell, nur ohne das Gelaber. Können wir uns dran gewöhnen. Seiten füllen war nie einfacher und das Lektorenteam hat Zeit für zwei Schnäpse mehr.</p>
<p>Acht Studenten ließen sich von uns mit unsinnigen Fragen konfrontieren, wir haben stumpf geknipst und das ist dabei rausgekommen:</p>
<p><strong>Dein Gesicht am ersten Januar um 00.01 Uhr?</strong></p>

<div class="ngg-imagebrowser" id="ngg-imagebrowser-19-7592">

	<h3></h3>

	<div class="pic">
<a href="http://der-albrecht.de/wp-content/gallery/dein-gesicht-am-ersten-januar-um-0001/thorben-1.jpg" title="Thorben" class="shutterset_dein-gesicht-am-ersten-januar-um-0001">
	<img alt="" src="http://der-albrecht.de/wp-content/gallery/dein-gesicht-am-ersten-januar-um-0001/thorben-1.jpg"/>
</a>
</div>
	<div class="ngg-imagebrowser-nav"> 
		<div class="back">
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		</div>
		<div class="next">
			<a class="ngg-browser-next" id="ngg-next-134" href="http://der-albrecht.de/2012/01/30/nichtsagende-studenten-sagen-manchmal-mehr/?pid=134">Next &#9658;</a>
		</div>
		<div class="counter">Picture 1 of 8</div>
		<div class="ngg-imagebrowser-desc"><p>Thorben</p></div>
	</div>	

</div>	


<p><strong>Und um um 13.01 Uhr?</strong></p>

<div class="ngg-imagebrowser" id="ngg-imagebrowser-20-7592">

	<h3></h3>

	<div class="pic">
<a href="http://der-albrecht.de/wp-content/gallery/und-um-1301-uhr/frauke-2.jpg" title="Frauke" class="shutterset_und-um-1301-uhr">
	<img alt="" src="http://der-albrecht.de/wp-content/gallery/und-um-1301-uhr/frauke-2.jpg"/>
</a>
</div>
	<div class="ngg-imagebrowser-nav"> 
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</div>	


<p><strong>Gute Party also, aber jetzt mal ernsthaft, schon im Prüfungsstress?</strong></p>

<div class="ngg-imagebrowser" id="ngg-imagebrowser-21-7592">

	<h3></h3>

	<div class="pic">
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</div>	


<p><strong>So so, reiner Überflieger oder nur zu high stressen?</strong></p>

<div class="ngg-imagebrowser" id="ngg-imagebrowser-22-7592">

	<h3></h3>

	<div class="pic">
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</div>	


<p><strong>Viele haben da ja ein Geheimrezept&#8230; Ritalin?</strong></p>

<div class="ngg-imagebrowser" id="ngg-imagebrowser-23-7592">

	<h3></h3>

	<div class="pic">
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		<div class="ngg-imagebrowser-desc"><p>Frauke</p></div>
	</div>	

</div>	


<p><strong>Brauchen wir Studiengebühren?</strong></p>

<div class="ngg-imagebrowser" id="ngg-imagebrowser-24-7592">

	<h3></h3>

	<div class="pic">
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	</div>	

</div>	


<p><strong>Lieber Elite oder Sexy?</strong></p>

<div class="ngg-imagebrowser" id="ngg-imagebrowser-25-7592">

	<h3></h3>

	<div class="pic">
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	</div>	

</div>	


<p><strong>Mal ehrlich, wie viel Sexappeal hat Kiel als Uni-Stadt?</strong></p>

<div class="ngg-imagebrowser" id="ngg-imagebrowser-27-7592">

	<h3></h3>

	<div class="pic">
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</div>	


<p><strong>Und zu guter Letzt.. Wie wolltest Du schon immer mal auf einem Passfoto aussehen?</strong></p>

<div class="ngg-imagebrowser" id="ngg-imagebrowser-28-7592">

	<h3></h3>

	<div class="pic">
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</div>	


<p><em>Anregungen und Lob, Wunschfragen und Wunschkanditaten für mögliche zukünftige Interviews, alle Arten von Tips, Kritiken und wüste Beschimpfungen werden wir wie immer gepflegt ignorieren;)  Es steht Euch natürlich frei die Commentsection trotzdem kreativ zu nutzen. Wir behalten uns vor wüst zurück zu schimpfen..</em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Auftaktveranstaltung Occupy 2012 in Kiel</title>
		<link>http://der-albrecht.de/2012/01/22/online-auftaktveranstaltung-occupy-2012-in-kiel/</link>
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		<pubDate>Sun, 22 Jan 2012 12:47:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sandro Eckhoff</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Occupy]]></category>
		<category><![CDATA[Protest]]></category>

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		<description><![CDATA[Am 15. Januar fand im Occupy-Camp die Auftaktveranstaltung Occupy 2012 statt. Als Anhang zu der Reportage über die Occupy-Bewegung in Kiel berichten wir über gewonnene Eindrücke von dem Abend dieser Auftaktveranstaltung und beleuchten das Nachtleben der Occupisten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://der-albrecht.de/wp-content/uploads/2012/02/DSC00661.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-7729" style="border: 10px solid white;" title="DSC00661" src="http://der-albrecht.de/wp-content/uploads/2012/02/DSC00661-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Sobald die Sonne vom Horizont verschwand, erhellte ein Feuer die Mitte des Occupy-Camps in Kiel. Eine rostige, zur Hälfte abgeschnittene Tonne, in der ein Feuer loderte, wurde bei kalter Nacht zum begehrten Sammelpunkt der Occupisten. Die Bedingungen sind hart zu dieser Jahreszeit, dennoch herrschte im Camp eine äußerst &#8211; der Kälte trotzend &#8211; warme und wohlige Atmosphäre. Die Bereitschaft für rege Gespräche war groß und schnell wurde klar: Hier ist echtes Engagement zu finden.</p>
<p>Gemessen an der Tatsache, dass das Camp auf einem Platz zwischen HSH Nordbank und großer Sparkassenfiliale steht, täglich mehrere Buslinien den Standort passieren und er an einem von Spaziergängern begangenen Park angrenzt, bekommt die Kieler Occupy-Niederlassung am „Kleinen Kiel“ wenig Zulauf. Vielleicht ändert sich das noch mit dem Beginn des Frühlings, so die Hoffnung der Kieler Occupisten. Der Zeitpunkt für die Errichtung des Camps sei dennoch gut gewählt, denn auf diese Weise lässt sich schnell „ehrliches Engagement herausfiltern“.</p>
<p>Nur wer sich passioniert engagiert, kann über die unkomfortablen Bedingungen hinwegsehen, so Hennings Überzeugung, der sich am späten Abend beim Holzhacken noch an der Hand verletzte; aber auch das beirrte ihn nicht sonderlich. Echtes Engagement eben. Beim Lauschen der Gespräche am Feuer war abermals zu erkennen, dass die Gespräche mit den Kieler Campern sehr fruchtbar sind und dass die Meinungen  im Camp keinem pseudo-aktivistischen Konformzwang unterliegen. Beinahe jede Form von Kritik muss kritisch betrachtet werden können. Worüber allerdings ein zwingender Konsens besteht, ist der  Gedanke über Politikverdrossenheit, die in Deutschland merklich sei. Der Occupy-Bewegung in Kiel Beachtung  zu schenken, heißt auch Politik im Allgemeinen Dieselbe zu schenken. Somit wird der Gegenstand der Occupy-Bewegung eine Angelegenheit für Jedermann.</p>
<p><a href="http://der-albrecht.de/wp-content/uploads/2012/02/DSC00665.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-7730" style="border: 10px solid white;" title="DSC00665" src="http://der-albrecht.de/wp-content/uploads/2012/02/DSC00665.jpg" alt="" width="300" height="300" /></a>An diesem Abend setzte sich ein Programm fort, dass sich seit dem Nachmittag bis in die späte Nacht erstreckte. Es wurde ein großzügiges Buffet aus warmen Speisen und Kuchen bereitgestellt. In einem beheizten Zelt wurden Vorträge etwa zur Euro- und Finanzkrise, über die Besetzungskultur in Kiel und zum Thema Transparenz in Demokratien gehalten. Zwischen den Vorträgen verlockte der Gang zum Buffet. Unter dem Einfluss des Winters wurde der Kuchen zu später Stunde zu einer recht knusprigen Angelegenheit. Am Ende des Programms sahen alle Beteiligten erschöpft, aber auch zufrieden aus – zurecht. Bleibt zu hoffen, dass die Niederlassung der Occupisten bis zum Anbruch der wärmeren Jahreszeit erhalten bleibt, dann gäbe es sicherlich auch an Stelle von Kuchen reichlich Eis.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Mein Haus, mein Heiland, mein Hase</title>
		<link>http://der-albrecht.de/2011/12/29/mein-haus-mein-heiland-mein-hase/</link>
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		<pubDate>Thu, 29 Dec 2011 11:58:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernadett Skala</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Das letzte gefecht]]></category>
		<category><![CDATA[Die Chroniken von Wormwood]]></category>
		<category><![CDATA[Garth Ennis]]></category>
		<category><![CDATA[Oscar Jiminez]]></category>
		<category><![CDATA[Panini Comics]]></category>

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		<description><![CDATA[Auch zum Jahresende kehrt in der Comicwelt keine Besinnlichkeit ein, stattdessen gibt es pointierte Ketzerei von Garth Ennis, jede Menge Zombies, Psychopathen und traurige Japaner.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://der-albrecht.de/wp-content/uploads/2011/12/01-Wormwood.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-7425" style="border: 10px solid white;" title="01 Wormwood" src="http://der-albrecht.de/wp-content/uploads/2011/12/01-Wormwood.jpg" alt="" width="168" height="258" /></a>Einen Skandalroman zu schreiben ist kein großes Ding: Einfach eine Standardstory über die Liebe und das Leben mit einem dünnen Überzug aus Blut und Sperma bestreichen und die Aufmerksamkeit des Feuilletons ist einem sicher. Muss man nur mal Charlotte Roche fragen. Comic-Leser sind da schon schwerer zu schocken, nicht zuletzt da es sich bei ihnen der landläufigen Meinung nach um einen abgestumpften Analphabeten handelt. Dennoch gibt es auch hier ein schwarzes Schaf, ein „Schmuddelkind unter Schmuddelkindern“ sozusagen. Es hört auf den Namen Garth Ennis und hat seine Ausnahmestellung hauptsächlich Gott zu verdanken.</p>
<p>Nicht etwa, weil der ihm sein Talent geschenkt hat, sondern weil Ennis sich nach Herzenlust auf seine Kosten lustig macht, bis auch die toleranteste Kirchengemeinde endlich auf die Barrikaden geht. In seinem jüngsten Opus „Das letzte Gefecht“, dem zweiten Teil der „Chroniken von Wormwood“-Reihe, kommt Gott beispielsweise nur als Schatten seiner selbst vor, der kleine Häuschen aus seinen Fäkalien baut. In den Mittelpunkt rückt sein Sohnemann, von Freunden Jay gerufen, der geistig allerdings auch bestenfalls auf dem Stand eines Fünfjährigen ist, seit die Polizei von Los Angeles ihn bei einer Predigt krankenhausreif geprügelt hat. Warum? Weil Ennis Jesus ein Farbiger ist. Und sein bester Freund der Antichrist.</p>
<blockquote><p><strong>„I have a Friend in Satan“</strong></p></blockquote>
<p>Dieser hört auf den Namen Danny Wormwood und ist eigentlich ein netter Kerl (obwohl er als Fernsehproduzent arbeitet), der seine Kräfte nicht einsetzt um den Weltuntergang herbeizuführen, sondern lieber einem Hasen das Sprechen beibringt. Nachdem Jay, Danny und ihr Karnickel den Satan im ersten Teil aus dem Weg geräumt haben, könnten sie eigentlich eine ruhige Kugel schieben &#8211; hätte in der Hölle nicht ein noch größeres Monster die Herrschaft an sich gerissen. Dieses hört auf den Namen Jacko und war vor seinem Ableben der erste australische Papst und größte Perverse den der Vatikan je gesehen hat. Und das will bekanntlich was heißen. Als widerliche Mischung aus Ratzinger und Monsterkrake hat er Armageddon auf der Agenda und dazu braucht er Danny Wormwood.</p>
<p>War der erste Teil primär eine religiöse Satire in der sich Ennis die religiöse Welt machte widde-widde-wie-sie-ihm-gefällt, tendiert „Das letzte Gefecht“ eher in Richtung Horrorschocker. Dafür werden heftige Seitenhiebe auf die verkommene Medienbranche verteilt, die sich zu einer wahren Tiefschlag- und Kopfnussorgie ausweiten. Hier zeigt sich auch, dass es nicht Ennis Anliegen ist, auf Teufel komm raus zu provozieren, sondern vorhandene Missstände anzuprangern. Wenngleich man sich des Eindrucks nicht erwehren kann, dass Garth an den Adventssonntagen lieber Kirchen als Kerzen anzünden würde.</p>
<p><em>Garth Ennis/Oscar Jiminez: Die Chroniken von Wormwood: Das letzte Gefecht. Panini Comics. 148 Seiten (farbig), Softcover. 16,95 Euro.</em></p>
<hr />
<p><strong>Die Comics des Monats:</strong><em> </em><br />
<a href="http://der-albrecht.de/wp-content/uploads/2011/12/02-Kiki.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-7426" style="border: 10px solid white;" title="02 Kiki" src="http://der-albrecht.de/wp-content/uploads/2011/12/02-Kiki.jpg" alt="" width="250" height="250" /></a><em>„Kiki de Montparnasse“</em><br />
<em> Titel: Kiki de Montparnasse</em><br />
<em> Autor: Catel (Skript), Bouquet (Zeichnungen).</em><br />
<em> Verlag: Carlsen. 415 Seiten (s/w), Hardcover. 36 Euro.</em><br />
<em> Wertung: ★★★★</em></p>
<p>Die Comics des Monats kommen diesmal einer Zeitreise gleich, die vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die nahe Zukunft führt und dabei drei Kontinete abdeckt. Los geht es in „good old europe“, genauer in der französischen Provinz. Hier wird 1901 ein Mädchen geboren, dass zwanzig Jahre später als „Kiki de Montparnasse“ in der florierenden Pariser Kunstszene Furore machen sollte: Von der Bäckereifachangestellten über einen Job als Aktmodell entwickelte sie sich schnell zur bedeutenden Muse von Maler und Fotografen der 20er-Jahre.<br />
Mit seinen über 400 Seiten ist „Kiki de Montparnasse“ ein wahrer Wälzer, quasi das Mammut unter den Comicbiografien. Wenngleich somit genug Raum bereitsteht, kann man die Handlung, die Kikis Lebensgeschichte anhand von Schlüsselerlebnissen episodisch nacherzählt, weder opulent noch sonderlich innovativ nennen. Dafür wissen die Zeichnungen auf „ganzer Linie“ zu überzeugen: Sie widerstehen der Versuchung, die Bilder mit historischem Dekor zu überladen und vermögen es dennoch eindrucksvoll, die 1920er wieder lebendig werden zu lassen.</p>
<hr />
<p><a href="http://der-albrecht.de/wp-content/uploads/2011/12/03-Dixie-Road.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-7427" style="border: 10px solid white;" title="03 Dixie Road" src="http://der-albrecht.de/wp-content/uploads/2011/12/03-Dixie-Road.jpg" alt="" width="250" height="250" /></a><em>„Dixie Road“</em><br />
<em> Titel: Dixie Road</em><br />
<em> Autor: Jean Dufaux (Skript), Hughues Labiano (Zeichnungen).</em><br />
<em> Verlag: Splitter. 208 Seiten (farbig), Hardcover. 24,80 Euro.</em><br />
<em> Wertung: ★★★</em></p>
<p>Bleiben wir noch kurz beim französischen Comic, allerdings einem der in Amerika spielt &#8211; genauer gesagt in den Südstaaten der 30er-Jahre. Statt Kiki heißt die Hauptfigur hier Dixie, eine 14-jährige die mit ihrer Mutter in ärmlichen Verhältnissen lebt. Die unverhoffte Rückkehr des Vaters verspricht finanzielle Entlastung, aber auch jede Menge Ärger: Stammt dessen Geld doch aus einem Bankraub, weshalb sich sowohl die Polizei, als auch allerlei geldgieriges Gesindel bereits an seine Fersen geheftet haben. Eine Hetzjagd durch das von der großen Depression gebeutelte Land nimmt seinen Anfang.<br />
Mit bemerkenswertem Gespür für Zeitkolorit und Atmosphäre erzählt das französische Autoren-Zeichner-Gespann eine uramerikanische Geschichte. Die Bilder sind makellos, vom einprägsamen Figurendesign über die plastische Kolorierung und das beeindruckende Spiel von Licht und Schatten. Emotional lässt einen die Geschichte dennoch erstaunlich kalt, was vor allem daran liegt, dass einem außer der dürren Dixie mit ihren traurigen Augen keine der Figuren ans Herz wächst. Tolle Optik, mäßiger Inhalt &#8211; der französische Comic mal ganz amerikanisch.</p>
<hr />
<p><a href="http://der-albrecht.de/wp-content/uploads/2011/12/04-Existenzen.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-7428" style="border: 10px solid white;" title="04 Existenzen" src="http://der-albrecht.de/wp-content/uploads/2011/12/04-Existenzen.jpg" alt="" width="250" height="250" /></a><em>„Existenzen und andere Abgründe“</em><br />
<em> Titel: Existenzen und andere Abgründe</em><br />
<em> Autor: Yoshihiro Tatsumi</em><br />
<em> Verlag: Carlsen. 319 Seiten (s/w), Softcover. 19,90 Euro.</em><br />
<em> Wertung: ★★★★</em></p>
<p>Originär japanisch geht es hingegen in „Existenzen und andere Abgründe“ zu: Der Band versammelt 13 Kurzgeschichten, die Yoshihiro Tatsumi in den 60er und 70er Jahren veröffentlichte. Seine schnörkellosen Erzählungen von Einsamkeit, Obdachlosigkeit und unerfüllter Liebe sind präzise Beobachtungen von fast dokumentarischer Qualität. Selten erschien Japan in einem Comic so unwirtlich, seine Einwohner so traurig. Über allen Storys liegt eine unheimliche, ja beinahe gespenstische Atmosphäre, die an einem Umstand keinen Zweifel lässt: Das Leben im Reich der Sonne ist einsamer als auf dem Mond.<br />
Eine Erkenntnis, die so gar nicht in den Manga-Mainstream passte, der damals wie heute von schwerbewaffneten Robotern und leichtbekleideten Mädchen dominiert wurde. Wenig verwunderlich also, dass Tatsumi nie eine seinem Können angemessene Popularität erlangte. Dass sein Werk in den letzten Jahren zunehmend wiederentdeckt und neu aufgelegt wurde, dürfte die traurige Welt des Japaners aber zumindest ein bisschen erhellen.</p>
<hr />
<p><a href="http://der-albrecht.de/wp-content/uploads/2011/12/06-Walking-Dead.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-7430" style="border: 10px solid white;" title="06 Walking Dead" src="http://der-albrecht.de/wp-content/uploads/2011/12/06-Walking-Dead.jpg" alt="" width="250" height="250" /></a><em>„The Walking Dead“</em><br />
<em> Titel: The Walking Dead Bd.14 &#8211; In der Falle</em><br />
<em> Autor: Robert Kirkman (Skript), Charlie Adlard (Zeichnungen).</em><br />
<em> Verlag: Cross Cult. 154 Seiten (s/w), Hardcover. 16 Euro.</em><br />
<em> Wertung: ★★★</em></p>
<p>Jetzt aber mal Schluss mit der Vergangenheit, blicken wir nach vorne. Wie die Zukunft Japans aussieht, wissen wir ja seit „Akira“. Was Amerika in ein paar Jahren für einen Anblick bieten wird, zeigt uns seit längerem Robert Kirkmans „The Walking Dead“: Die Serie um die schleichenden Leichen hat sich längst zum Referenztitel in Sachen Zombies hochgearbeitet, ganz gleich ob nun in Comic- oder Fernsehform. Dabei geht es im mittlerweile 14. Band der Reihe mal wieder hoch her: Der Grenzzaun, mit dem sich die Überlebenden der Untoten in einer kleinen Gemeinde abgeschottet haben, bricht unter dem Ansturm der wandelnden Kadaver zusammen. Die Gruppe um Sheriff Rick Grimes hat folglich alle Hände voll zu tun, mit ihrem Leben und ohne lästige Bisswunden davonzukommen. Buisness as usual im Zombieland möchte man meinen, doch neben den bekannten Standardsituationen wartet „The Walking Dead“ auch im 14. Teil immernoch mit unerwarteten Wendungen auf, die selbst den eingefleischten Fan kalt erwischen. Die Serie ist ja nicht ohne Grund zum Comic-Äquivalent des Duracell-Häschens geworden: Sie läuft und läuft und läuft.</p>
<hr />
<p><a href="http://der-albrecht.de/wp-content/uploads/2011/12/FREAKANGELS3_207.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-7431" style="border: 10px solid white;" title="FREAKANGELS3_207" src="http://der-albrecht.de/wp-content/uploads/2011/12/FREAKANGELS3_207.jpg" alt="" width="250" height="250" /></a><em>„Freakangels“</em><br />
<em> Titel: Freakangels Bd. 3</em><br />
<em> Autor: Warren Ellis (Skript), Paul Duffield (Zeichnungen).</em><br />
<em> Verlag: Panini. 152 Seiten (farbig), Softcover. 16,95 Euro.</em><br />
<em> Wertung: ★★★★</em></p>
<p>Was für das Amerika der Zukunft seine Zombieplage ist, sind für das postapokalyptische England die „Freakangels“: Ein Dutzend Twens mit übersinnlichen Kräften, deren Vereinigung einst das „End of the World as we know it“ eingeleitet hat. Mittlerweile versuchen sie reumütig, die Gesellschaft, die sie einst zerstörten, wieder aufzubauen und die verfahrenen Verhältnisse untereinander zu bereinigen. Eine „Soap-Opera unter verschärften Vorzeichen“ quasi, die verglichen mit „The Walking Dead“ bisher noch nicht so richtig in die Gänge gekommen ist. Grund dafür sind primär die Zeichnungen Paul Duffields, der potentielle Leser auch im dritten Band wieder mit leblosen Figuren und klinischen Dekors verschreckt. Dafür zirkelt aber Starautor Warren Ellis seine Pointen umso treffsicherer ins Zwerchfell und entwirft Figuren, die man nicht so schnell vergisst. Beispielsweise die Polizistin Kaitlynn, die mit bedenklichen Methoden versucht, die verloren gegangene Ordnung wiederherzustellen, während sie über ihre Sexphantasien mit TV-Fossil Matlock schwadroniert. Deren Übersetzung strotzt allerdings vor Ausdrücken wie „pimpern“ oder „Vollhorst“, die nicht futuristisch sind, sondern total 2001.</p>
<hr />
<p><strong>Wiederveröffentlichung des Monats:</strong></p>
<p><a href="http://der-albrecht.de/wp-content/uploads/2011/12/07-Kaos-Moon.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-7424" style="border: 10px solid white;" title="07 Kaos Moon" src="http://der-albrecht.de/wp-content/uploads/2011/12/07-Kaos-Moon.jpg" alt="" width="250" height="250" /></a> <em>„Kaos Moon“</em><br />
<em> Titel: Kaos Moon Gesamtausgabe: Wiedergeburt</em><br />
<em> Autor: David Boller</em><br />
<em> Verlag: Zampano. 180 Seiten (s/w), Softcover. 18,50 Euro.</em><br />
<em> Wertung: ★★★</em></p>
<p>Zum Abschluss ein Blick in die Vergangenheit, die von allen wohl am weitesten zurückliegt (zumindest gefühlt): Die Neunziger. Was auch immer damals en vogue war, man hat es entweder vergessen oder erfolgreich verdrängt. Die Gesamtausgabe von David Bollers Serie „Kaos Moon“ löst somit zumindest comic-bezogen einen Flashback aus: Langbeinige, an Lara-Croft-orientierte Heldinnen, die sich in einem vertikalen Bildaufbau über die ganze Länge der Seite erstrecken, Geschichten voller spirituellem Mumpitz, harte Action. Und männliche Nebenfiguren die sich eigentlich nur dadurch auszeichnen, dass sie mal so richtig dämliche Frisuren tragen. Selten hatte ein Comic den Titel „as Nineties as it can get“ so verdient. Inhaltlich dreht sich „Kaos Moon“ um die Abenteuer der Russin Katja Zakkov, die in New York ein parapsychologisches Detektivbüro betreibt und sich in Gefahrensituationen in die Inkarnation einer mächtigen Schamanin verwandelt. Das mag schon anno 1996 nicht der Gipfel der Originalität gewesen sein, funktioniert heutzutage aber ganz prächtig als comic-gewordene Zeitreise.</p>
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		<title>„Seltsam aber wahr, bizarr aber toll“</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Dec 2011 17:14:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernadett Skala</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Element of Crime]]></category>
		<category><![CDATA[Sven Regener]]></category>

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		<description><![CDATA[Element of Crime beendeten ihre Tour in Kiel, der ALBRECHT sprach mit Sänger Sven Regener: „Am Ende haben wir über die Jahre jeden Einzelnen irgendwo abgeholt, seltsam aber wahr, bizarr aber toll."]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es endete in Kiel: Im Herbst 2009 erschien das letzte Element-of-Crime-Album „Immer da wo du bist bin ich nie“. Beständig war die Band um Sänger, Texter, Gitarrist und Trompeter Sven Regener seitdem unterwegs, um ihre Musik auch live unters Volk zu bringen. Vor dem Abschied in eine längere Pause stand jedoch noch ein letztes Konzert am 8. Dezember im Kieler Max auf dem Plan. Die Gründe dafür, den Abschluss der Tournee eben hier zu zelebrieren, waren dabei ganz profaner Natur, wie Regener im Interview verrät: „Naja, wir hätten Kiel eigentlich im Frühjahr, bei der zweiten Tournee schon machen wollen. Wir dachten dann aber, wir hätten die Gegend mit dem Rolling-Stone-Weekender am Weißenhäuser Strand irgendwie abgedeckt, was natürlich Quatsch war und nur zeigte, dass wir keine Ahnung haben.“</p>
<div id="attachment_7376" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://der-albrecht.de/wp-content/uploads/2011/12/Regener-011.jpg"><img class="size-medium wp-image-7376" src="http://der-albrecht.de/wp-content/uploads/2011/12/Regener-011-300x224.jpg" alt="" width="300" height="224" /></a><p class="wp-caption-text">Sven Wegener spielt Trompete.</p></div>
<p>Dafür scheint die Band ein Patentrezept gefunden zu haben, wie man der allseits um sich greifenden Krise der Musikindustrie begegnet. Sowohl „Immer da wo du bist bin ich nie“ als auch der Vorgänger „Mittelpunkt der Welt“ widersetzen sich erfolgreich dem Trend der sinkenden Verkaufszahlen und bescherten Element of Crime die ersten goldenen Schallplatten in der 26-jährigen Bandgeschichte. Für Regener Teil einer logischen Entwicklung: „Es gibt einfach viele Leute, die unsere Musik mögen. Das haben wir sowieso immer gedacht, wir mögen sie ja auch. Es ist nur so, dass wir die erst finden mussten und die uns. Denn die Abkürzung über Single-Hits und so weiter haben wir ja leider, oder Gott sei Dank, nicht nehmen können. Am Ende haben wir über die Jahre jeden einzeln irgendwo abgeholt, seltsam aber wahr, bizarr aber toll.“</p>
<p>Befördert wurde Regeners Popularität zudem von dem Erfolg seiner Romane „Herr Lehmann“, „Neue Vahr Süd“ und „Der kleine Bruder“, den er allerdings einen bestenfalls marginalen Einfluss auf die Aktivitäten von Element of Crime einräumt: „Die Bücher, die ich geschrieben habe, haben sicher der Band auch eine gewisse zusätzliche Aufmerksamkeit gebracht. Aber in der Musik ist eins gewiss: Sie muss den Leuten als solche gefallen. Niemand hört eine Musik, die ihm nichts bringt, nur weil der Sänger Romane geschrieben hat. Das würde keinen Sinn ergeben.“</p>
<p>Ob er in der nun anstehenden Tourpause wieder an neuen Texten arbeiten wird, steht für Regener noch nicht fest. Dass es ein weiteres Album von Element of Crime geben wird, ist hingegen sicher und auch von der Gefahr, dass der LP im I-Tunes-Zeitalter der Rang des musikalischen Leitmediums abhanden kommt, sieht er gelassen entgegen: „Ich selber kaufe meine Platten immer online und immer gleich ganze Alben, ich meine, was soll&#8217;s? Oder, um es mit einem Plattentitel der Band „Mutter&#8221; zu sagen: Hauptsache Musik!“</p>
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		<title>Götz Widmann</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Dec 2011 01:00:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ove Bornholt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kulturkalender]]></category>

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		<description><![CDATA[21. Januar, Die Pumpe, 20 Uhr Auch in diesem Jahr könnt ihr den Liedermacher Götz Widmann in der Kieler Pumpe live erleben. Hier wird sicherlich kein Blatt vor den Mund genommen! Gesellschaftskritische Gedanken und lustige Wortspiele fließen zusammen. VVK 12 Euro, AK 15 Euro.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>21. Januar, Die Pumpe, 20 Uhr</strong> Auch in diesem Jahr könnt ihr den Liedermacher Götz Widmann in der Kieler Pumpe live erleben. Hier wird sicherlich kein Blatt vor den Mund genommen! Gesellschaftskritische Gedanken und lustige Wortspiele fließen zusammen. VVK 12 Euro, AK 15 Euro.</p>
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		<title>11FREUNDE-Lesereise</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Dec 2011 00:00:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ove Bornholt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kulturkalender]]></category>

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		<description><![CDATA[22. Januar, STUDIO FILMTHEATER, 20 Uhr Fußballfreunde aufgepasst! Jens Krischnek und Philipp Köster vom Magazin für Fußballkultur präsentieren euch den beliebtesten deutschen Ballsport auf spezielle Weise. Das sollte kein Fan verpassen!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>22. Januar, STUDIO FILMTHEATER, 20 Uhr</strong> Fußballfreunde aufgepasst! Jens Krischnek und Philipp Köster vom Magazin für Fußballkultur<br />
präsentieren euch den beliebtesten deutschen Ballsport auf spezielle Weise. Das sollte kein Fan verpassen!</p>
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		<title>ADAC Jump &amp; Race Masters – Die Supershow des Nordens!</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Dec 2011 23:00:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ove Bornholt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kulturkalender]]></category>

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		<description><![CDATA[29. Januar, Sparkassen-Arena-Kiel, 15 Uhr Vorsicht! Es wird heiß&#8230; Wenn Benzin und Action im Mittelpunkt stehen, dann ist das nichts für schwache Nerven. Es wird anspruchsvoller Motorsport und Freestyle vom feinsten gezeigt. Unterhaltung pur!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>29. Januar, Sparkassen-Arena-Kiel, 15 Uhr</strong> Vorsicht! Es wird heiß&#8230; Wenn Benzin und Action im Mittelpunkt stehen, dann ist das nichts für schwache Nerven. Es wird anspruchsvoller Motorsport und Freestyle vom feinsten gezeigt. Unterhaltung pur!</p>
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		<title>Plattenladenwoche in Kiel</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Dec 2011 00:11:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nathalie Schnoor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Berge]]></category>
		<category><![CDATA[Emelie]]></category>
		<category><![CDATA[Keine Zähne im Maul aber La Paloma pfeifen]]></category>
		<category><![CDATA[Kurschatten Terzett]]></category>
		<category><![CDATA[Lions of Nebraska]]></category>
		<category><![CDATA[Maasholm]]></category>
		<category><![CDATA[Plattenladenwoche]]></category>

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		<description><![CDATA[Vom 17.10. bis 24.10. fand bei Blitz Records die Plattenladenwoche statt. Der ALBRECHT berichtet von den Konzerten und über den Alltag im Kieler Plattenladen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Im Plattenladen, da trifft man sich, da redet man über Musik und das heißt, man redet über’s Leben.“ Dieses romantische Bild zeichnet Jens Christiani, der Herausgeber des Stadtmagazins „eins.31“ und Mitorganisator der diesjährigen Plattenladenwoche in Kiel. Er bezieht sich in erster Linie auf einen ganz bestimmten Kieler Plattenladen: Blitz Records in der Hopfenstraße.</p>
<p>Hinter dem Begriff der „Plattenladenwoche“ steht ein Konzept, das die einzigartige Kultur rund um den individuellen Plattenladen feiern und ein bisschen Abwechslung in den Alltag eines solchen Geschäftes bringen soll: In dieser Woche finden in den einzelnen Läden kostenlose Konzerte während der ganz normalen Öffnungszeiten statt. Neben Kiel haben unter anderem auch Berlin und Göttingen an dieser Aktion teilgenommen.</p>
<div id="attachment_7239" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://der-albrecht.de/wp-content/uploads/2011/11/lions2.jpg"><img class="size-medium wp-image-7239" title="OLYMPUS DIGITAL CAMERA" src="http://der-albrecht.de/wp-content/uploads/2011/11/lions2-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Die Lions of Nebraska spielten das letzte Konzert der Plattenladenwoche. Foto: Sebastian Klein.</p></div>
<p>Die Idee ist keinesfalls neu: In den USA und Großbritannien existiert das Konzept des „Record Store Day“ schon seit 2007 und das sehr erfolgreich. Blitz nahm in diesem Jahr zum dritten Mal an der Aktion teil und bot mit dem Motto „Musik von hier“ vor allem regionalen Bands die Möglichkeit, in dieser ungewöhnlichen Umgebung ein Konzert zu geben. So spielten Kurschatten Terzett, Maasholm, Keine Zähne im Maul aber La Paloma pfeifen, Emelie und die Lions of Nebraska zwischen CDRegalen und Platteneinkäufern. Da Gäste ja aber auch immer eine gute Sache sind, holte man sich auch davon einen ins Haus: „berge“ aus Berlin eröffneten hier die Plattenladenwoche mit ihrem lyrischen Pop.</p>
<p>Für die vier jungen Musiker war es das erste Konzert in einem Plattenladen und eine besondere Erfahrung, die auch zum Nachdenken anregte. „Mir fällt gerade auf, dass ich schon ewig nicht mehr in einem Plattenladen war“, gesteht „berge“-Sängerin Marianne (24). Sie selbst hört meist MP3s und legt selten mal eine CD ein. Und damit liegt schon auf der Hand, was ebenfalls hinter diesem Projekt steckt: „Letztendlich ist das natürlich auch Marketing“, räumt Christiani ein. Denn leicht haben es unabhängige Plattenläden in der heutigen Wirtschaft nicht: MP3s kommen den gewieften Musikkonsumenten meist um einiges günstiger zu stehen.</p>
<p>Dabei sind die Vorteile eines echten Tonträgers für Blitz-Mitarbeiter Helge (32) offensichtlich: Zum einen habe man natürlich etwas zum Anfassen und ein Cover-Art. Das macht besonders Vinyl-Platten zu einem mehrdimensionalen Kunstwerk. Aber auch der Akt des „Auflegens“ spiele eine Rolle und lasse ein völlig anderes Verhältnis zur Musik entstehen als das Anklicken einer Datei. „Man hört viel bewusster, der ganze Hörprozess hat weniger Geschwindigkeit und wird wertvoller.“, sagt Helge und ist damit als eine immer seltenere Sorte von Musikliebhabern enttarnt, denn nur solche geben noch Geld für Platten oder CDs aus. Das macht sich auch an den Verkaufszahlen der Plattenindustrie bemerkbar, die sich immer weiter verringern. Von dieser Situation ist beim Blitz-Team, das neben Helge aus dem Filialmitarbeiter Stefan Loecke (48) und „Mittwochs-Basti“ besteht, allerdings nichts zu merken: „Wir kriegen davon nicht wirklich viel mit. Die Leute, die bei uns einkaufen, sind zum großen Teil treue Stammkunden.“</p>
<p>Hält man sich einige Zeit im Laden auf, kommt man nicht umhin, das aufs Wort zu glauben. Hier wird sich gegen allzu übertriebene Wirtschaftlichkeit hinweggesetzt und vor allem eines aufgebracht, um den Kunden glücklich zu machen: Zeit. So wird der regelmäßige Kundentelefonkontakt liebevoll aufrechterhalten und jeder Musikwunsch erfährt einen engagierten Realisierungsversuch.</p>
<p>Betritt ein Herr den Laden und sucht ein ganz bestimmtes Cher-BestOf-Album, auf dem sich dieser EINE Song befindet („Ich weiß jetzt nicht, wie der heißt, aber es war auf jeden Fall ein Chor mit dabei!“), dann wird selbstverständlich jedes einzelne Lied angespielt &#8211; in der Hoffnung, das gewünschte Stück zu finden. „Mal passiert sowas mit großartigem, mal mit mäßigem Erfolg, aber wir versuchen es auf jeden Fall“. Das erzählt Helge, während er hinter der Kasse ein weißes Billy- Regal zusammenschraubt. Hat Christiani also Recht und es gibt sie noch, die Plattenläden à la Nick Hornbys „High Fidelity“? „Im Prinzip stimmt das schon, nur geht es hier nicht die ganze Zeit um Frauen und so deprimierend wie bei Hornby ist es auch nicht“, ist Helges Antwort. Wer das für sich selbst überprüfen und sich ein wenig entschleunigen möchte, sei herzlich dazu aufgerufen, in der Hopfenstraße 71 sein neues Lieblingsalbum kennenzulernen – es gibt ja auch Unterstützung!</p>
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