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 … bringen uns Märchen die Weihnachtszeit

Während der Weihnachtszeit scheinen Märchengeschichten und -figuren sehr viel präsenter zu sein als während des restlichen Jahres. Wir sehen Zwerge als Deko auf dem Weihnachtsmarkt, Märchenbücher ausgestellt in Buchhandlungen und im Fernsehen läuft die hundertste Ausstrahlung von Drei Haselnüsse für Aschenbrödel. Da stellt sich irgendwann die Frage, warum Zauber*innen, Zwerge und andere Fabelwesen ausgerechnet im Winter so allgegenwärtig sind. Sie kommen jedes Jahr mit alten Märchenverfilmungen und neu aufgelegten Märchenbüchern wieder, obwohl das Interesse für Märchen in unserer Generation eher abzunehmen scheint.

Tradition Märchenstunde

Das Erzählen von Geschichten ist eine der ältesten Traditionen der Menschheit. Und mit den Erzählungen von magischen Figuren und Helden, von Gutem und Bösem wurden dann vor allem im Winter die Dunkelheit und die dort lauernden Monster vertrieben. Außerdem wurden so Glaubenssätze, Bräuche und Werte an die nächsten Generationen weitergegeben. Erzählungen waren eine Möglichkeit, Verbindungen und Brücken zu schlagen. Dass heute noch in der Weihnachtszeit Märchen vorgelesen und angesehen werden, ist also zum Teil mit der Geschichte und der Weitergabe des Erzählens verbunden.

Diese Erzähltradition hat viel damit zu tun, dass wir uns durch Bekanntes einmal im Jahr auf uns selbst besinnen. Dass wir zumindest versuchen, ein paar Schritte herunterzufahren, und uns einfach mal eine Auszeit aus dem stressigen Alltag, der Hektik und der ständigen digitalen Erreichbarkeit nehmen.

Alte Märchen, neue Märchen

Märchen werden heute vielleicht nicht mehr so viel erzählt, wie in den Generationen vor uns, trotzdem gibt es Anklänge von bekannten Märchen und Geschichten in zahlreichen Filmen und Romanen. Oft werden nicht nur klassische Märchen in die Moderne oder in Horrorszenarien versetzt, sondern manchmal passiert es, dass den Zuschauer*innen eine Storyline plötzlich sehr vertraut vorkommt. Das liegt auch daran, dass uns die Geschichten aus unserer Kindheit sehr in unserem Denken und unserer Fantasie geprägt haben und sich Bruchstücke davon immer wieder in neue Geschichten einschleichen. Und es werden nicht nur alte Märchen und Mären ausgepackt, sondern auch Filmreihen wie Harry Potter oder Herr der Ringe werden in der Weihnachtszeit immer wieder angeschaut, obwohl diese ja weder etwas mit Weihnachten, noch mit Winter zu tun haben. Trotzdem tauchen sie jedes Jahr wieder auf, eben weil wir sie doch viele mit ihrer Kindheit verbinden.

Ob es jetzt alte Märchenfilme und -bücher sind, oder unsere Lieblingskindheitsserie: Jedes Weihnachten besinnen wir uns ein Stückchen auf sie zurück, kommen zumindest etwas zur Ruhe und lassen uns in eine Zeit versetzen, in der alles ein bisschen einfacher erschien. Eine Zeit, in der es für jedes überdimensionale Problem eine einfache Lösung gab. Und mit Glück hält dieser kurze innere Frieden sogar bis Januar an, wenn das neue Jahr und der Alltagsstress von vorne beginnen.

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