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Vier gute Nachrichten für die Sommerpause

Es scheint so, als würde gerade alles nur noch schlechter werden: Die AfD erreicht bei jeder Sonntagsfrage neue Höchstwerte der Zustimmung, die Klimakrise eskaliert immer weiter und Kürzungen in allen möglichen Bereichen machen vielen Menschen das Leben schwerer. Doch auch wenn sich viele Krisen gerade tatsächlich verschärfen, gibt es an zahlreichen anderen Stellen positive Entwicklungen. Vier dieser Hoffnungsschimmer haben wir euch mitgebracht.

EU-Parlament beschließt, KI-Deepfake zu verbieten

Die Social-Media-Plattform X mit ihrem KI-Chatbot Grok wurde in den letzten Monaten stark kritisiert: Nutzende hatten Grok benutzt, um sexualisierte KI-Deepfakes von Kindern und Frauen zu generieren und zu verbreiten. Nun hat das Europäische Parlament einem Verbot von KI-Anwendungen zugestimmt, die zur Erstellung sexualisierter Deepfakes genutzt werden können. Die noch ausstehende Zustimmung der EU-Mitgliedstaaten gilt als Formsache. Das Verbot soll planmäßig ab dem 2. Dezember gelten. Deepfakes sind mithilfe künstlicher Intelligenz erstellte oder manipulierte Bild-, Video- oder Tonaufnahmen, die täuschend echt wirken. So können etwa pornografische Aufnahmen mit den Gesichtern von Frauen und Kindern erstellt oder Stimmen realistisch nachgeahmt werden, sodass Personen scheinbar Aussagen treffen oder Handlungen ausführen, die nie stattgefunden haben. Das geplante Verbot erweitert die bisherigen Vorschriften und richtet sich künftig nicht nur gegen die Erstellung solcher Inhalte, sondern auch gegen die Anbieter der dafür eingesetzten digitalen Werkzeuge.

Grünes Licht für Kiel beim Hitze-Check 2026

Während bereits Ende Juni die erste große Hitzewelle in diesem Jahr neue, alarmierende Höchsttemperaturen nach Deutschland brachte, gibt es im Bereich Hitze gute Nachrichten für alle Kieler*innen. Beim Hitze-Check, durchgeführt von der Deutschen Umwelthilfe, schnitt Kiel in diesem Jahr gemeinsam mit Wuppertal am positivsten ab. Kiel ist, im Gegensatz zu anderen Städten, weniger stark von Hitze betroffen, unter anderem aufgrund vieler schattenspendender Bäume. Die Deutsche Umwelthilfe schreibt in ihrem Positionspapier zu Stadtgrün, dass dieses keine freiwillige Verschönerung ist, sondern eine Voraussetzung für wirksamen Hitze- und Gesundheitsschutz. Doch auch in Kiel sind seit 2018 schätzungsweise 7 500 Bäume verloren gegangen, während versiegelte Flächen zugenommen haben. Es gilt, die Grünflächen gegen den Beton zu verteidigen, damit in Kiel auch weiterhin die Hitze etwas erträglicher bleibt.

Eine europäische Erfolgsgeschichte

Dass sich Europa nach außen und innen immer weiter abschottet, kann Sorgen bereiten. Es gibt aber auch immer wieder Momente und Projekte, die zeigen, dass das nur eine mögliche Sichtweise ist. Den meisten Studierenden gut vertraut: Erasmus+ als europäische Erfolgsgeschichte der Vernetzung. Seit der Einführung des ursprünglichen Erasmus-Programms im Jahr 1987 haben mehr als 16 Millionen Menschen an einem Auslandsaufenthalt oder Bildungsprojekt teilgenommen. Gleichzeitig wurde das Budget kontinuierlich ausgeweitet: Für die Förderperiode 2021 bis 2027 stehen rund 26 Milliarden Euro zur Verfügung. Das ist fast doppelt so viel wie im vorherigen Programmzeitraum. Erasmus+ zählt zu den erfolgreichsten und sichtbarsten Projekten der Europäischen Union und betont die Verbindung in Europa. Um es mit Jean-Claude Junckers Worten zu sagen: »Bekämpft den dummen Nationalismus« – »Es lebe Europa!«.

Der Kampf gegen die Klimakrise ist nicht verschwunden

Auch wenn die Klimakrise im öffentlichen Diskurs an den Rand gerückt ist, gibt es immer noch viele Menschen, die sie aktiv und erfolgreich bekämpfen. Sechs von ihnen wurden im April mit dem Goldman Environmental Prize ausgezeichnet. Preisträgerin Borim Kim hat mit ihrer Organisation Youth 4 Climate Action die erste, von jungen Menschen angeführte Klimaklage in Asien gewonnen. Das südkoreanische Verfassungsgericht entschied, dass die Klimapolitik der aktuellen Regierung gegen die Rechte zukünftiger Generationen verstößt, und verpflichtete sie zu Anpassungen. Theonila Roka Matbob erreichte mit ihrer Kampagne, dass Rio Tinto, der zweitgrößte Bergbaukonzern der Welt, die durch seine Mine entstandenen Schäden auf der Insel Bougainville (Papua-Neuguinea) anerkannte und sich zu deren Beseitigung verpflichtete. Und in Großbritannien errang Sarah Finch vor dem Obersten Gerichtshof einen Sieg gegen Ölbohrungen. Dieser urteilte, dass Behörden die langfristigen Klimafolgen berücksichtigen müssen, bevor sie Projekte genehmigen. Dank dieses Urteils konnten bereits weitere fossile Projekte gestoppt werden.

Diese Nachrichten lassen die großen Herausforderungen unserer Zeit nicht verschwinden. In der Flut an Informationen, mit der wir täglich konfrontiert werden, setzen sich schlechte Nachrichten oft durch. Davon gibt es ja auch mehr als genug und es ist wichtig, diese nicht aus dem Blick zu verlieren. Doch wenn wir ebenso bewusst den Fokus auf gute Nachrichten setzen, zeigt uns das, dass bei weitem nicht alles verloren ist. Hoffnung und Verbesserung entstehen nicht dadurch, dass wir still und leise darauf warten, sondern dadurch, dass wir diese Welt gemeinsam gestalten. Welche gute Nachricht möchtest du als Nächstes hören und wie kannst du sie mitgestalten?

Annika ist seit Januar 2026 stellvertretende Chefredakteurin des ALBRECHTS. Seit dem Sommersemester 2024 ist sie beim ALBRECHT und hat zuvor ein Jahr lang das Social Media Team geleitet. Sie studiert Anglistik und Deutsch (Schwerpunkt Gegenwartsliteratur/ Literaturvermittlung) im Master of Arts.

Hanna ist seit dem Wintersemester 25/26 Teil der ALBRECHT-Redaktion und leitet seit Januar 2026 das Gesellschaftsressort. Sie studiert Soziologie und Politikwissenschaft.

Bjarne studiert Sozio-Ökonomik an der CAU und ist seit dem Oktober 2024 beim ALBRECHT. Schwerpunktmäßig schreibt er über Kultur und Politik.

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