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Was steckt hinter dem Phänomen der 2016-Nostalgie?

Es war einmal ein Jahr ohne TikTok und Instagram-Reels. Damals stand musical.ly auf Platz eins der Apple-Store-Charts. Im Radio lief pausenlos LushLife von Zara Larsson und One Dance von Drake. Trends wie der Bottle-Flip oder die Mannequin-Challenge kursierten durchs Internet. Menschen jeden Alters liefen in ihrer Freizeit durch die Straßen, um Pokémon einzufangen. Selfies machte man nur mit Snapchat-Hundeohren und auf Bildern legte man den Rio de Janeiro-Filter. Zehn Jahre später, Anfang 2026, finden sich überall Videos, in denen Creator*innen an diese Zeit zurückerinnern und mit dem Hashtag #bringback2016 in vielen Menschen eine Sehnsucht erwecken.

Das Vermissen der Vergangenheit

Diese Nostalgie wird meist durch Sinneswahrnehmungen ausgelöst. Sie zu empfinden bedeutet, sich an die Vergangenheit zu erinnern und gleichzeitig einen Vergleich zur Gegenwart zu ziehen. Ursprünglich wurde der Begriff 1688 durch Johannes Hofer geprägt, der damit das Heimweh von Soldaten beschrieb. Heute ist Nostalgie eine Bewältigungsstrategie in unsicheren Zeiten. Das Gehirn wendet sich Erinnerungen zu, die sich sicher und bekannt anfühlen. Aber Nostalgie ist selektiv, denn das Gedächtnis speichert vorwiegend emotionale Erfahrungen aus dem Alltag, Freundschaften oder dem Aufbruch. Negative Erlebnisse werden so oft ignoriert. 

Dadurch kann es sich so anfühlen, als wäre früher alles besser gewesen. Menschen erinnern sich besonders an Ereignisse aus der Kindheit und Jugend einfacher, da dies eine prägende Zeit ist. Für Gen Z und Millennials fällt 2016 genau in diese Zeit.

Früher galt Nostalgie als neurologische Störung und wurde mit negativen Eigenschaften assoziiert. Heute sind auch die positiven Aspekte bekannt. Nostalgie kann identitätsstiftend sein und für Nähe in Freundschaft, Familie und Partnerschaft sorgen. Untersuchungen der Universität Southampton zeigen, dass Nostalgie helfen kann, aus negativer in positive Stimmung zu kommen und das Selbstwertgefühl zu stärken. Auf der anderen Seite hält Nostalgie davon ab, Gegenwartsprobleme zu lösen, kann Angstsymptome verstärken und ist keine langfristige Lösung, vor allem bei Einsamkeit.

War 2016 wirklich besser?

Ein Blick auf politische Ereignisse des Jahres zeigt, dass das Leben damals auch nicht sorgenfrei war. Donald Trump wurde das erste Mal zum US-Präsidenten gewählt. In Großbritannien wurde für den Brexit gestimmt. Jan Böhmermann sorgte mit seiner Schmähkritik gegen Erdogan für einen Skandal. Und in der Türkei starben viele Menschen bei einem Putschversuch. In der Öffentlichkeit versetzen zeitweise Horrorclowns ganze Länder in Angst und Schrecken. Auch gab es mehrere Anschläge, wie zum Beispiel im Dezember auf einem Berliner Weihnachtsmarkt. An vielen Orten der Welt herrschten Kriege, denen Tausende zum Opfer fielen, unter anderem in Syrien, Irak, Jemen und Libyen. 

So hat auch das 2016-Märchen seine Schattenseiten, die nicht vergessen werden sollten. Trotzdem kann es helfen, nostalgisch an die guten Momente zu denken, solange nicht die Gegenwart aus den Augen verloren wird.

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