Das Windhundverfahren. Glücklich schätzen kann sich, wer noch nie an einem dieser härtesten aller Sprints teilnehmen musste. Spoiler-Alert: diejenigen, die sich jedes Semester aufs Neue an die Startlinie des unbarmherzigen Rennens um die heißbegehrten Plätze im Hochschulsport wagen, können es nicht. Denn bei diesem Rennen der Sonderklasse geht es um eine besondere Form der Geschwindigkeit – das schnellste Internet.
Es ist jedes Semester das Gleiche: Schon Tage vorher wird intensiv für den entscheidenden Moment trainiert. Sportangebote werden verglichen, hindernislaufartig mit dem Stundenplan koordiniert. Die IBAN wird in einem eigens dafür angelegten Word-Dokument gespeichert, damit ja keine der kostbaren Sekunden durch das Abtippen verloren gehen. Kommt es dann zum Wettkampftag, wird extra ein Wecker gestellt: fünf Minuten vor Buchungsbeginn sind alle wichtigen Tabs geöffnet, die restlichen fünf Minuten wird schweißgebadet auf die Uhr gestarrt. Es wird gemunkelt, echte Könner*innen arbeiten mit Atomuhr, um im entscheidenden Moment die Seite des Sportforums neu laden zu können.
Es ertönt der Startpfiff, das Rennen beginnt. Per Copy-and-Paste wird aus dem berühmt-berüchtigten Word-Dokument in das Formular des Hochschulsports kopiert. Die Zeit rennt. Die Anspannung ist spürbar. Werden die Athlet*innen es schaffen? Die Erlösung bietet einzig und allein der Buchungsbutton am Fuße der Seite. Ein letzter Klick. »Das gewünschte Programm ist bereits ausgebucht«. Die Uhr schlägt 18:01. Dabei sein war alles.
Fabienne ist seit 2026 die Chefredakteurin des ALBRECHTs.
Sie ist im WS 24/25 Teil der Redaktion geworden und hat sich vor der Chefredaktion ein Jahr lang um die Website gekümmert. In ihren Artikeln schreibt sie hauptsächlich über gesellschaftspolitische Themen, teilweise aber auch über Hochschulangelegenheiten. Außerdem studiert sie Politikwissenschaft und Anglistik.



