Im Präsidium der CAU Kiel müssen die Champagnerkorken geknallt haben, als die Deutsche Forschungsgemeinschaft im Mai verkündete, dass die zwei bestehenden Exzellenzcluster weiter gefördert werden. Denn nicht nur fließen nun weiterhin Forschungsgelder in Millionenhöhe, sondern die Auszeichnung ermöglicht auch eine Bewerbung als Exzellenzuniversität.
Bei so einer Aussicht geriet das Präsidium regelrecht ins Schwärmen, Tagträume waren die Folge: »Eine erfolgreiche Bewerbung würde […] zeigen, dass wir zu den stärksten Universitäten in Deutschland gehören. Besonders wichtig: Alle Gruppen der Universität würden von einer Förderung profitieren.«

Zwar kann sich unsere Universität jetzt als Spitzenhochschule präsentieren – schaut man jedoch genauer hin, bleibt wenig Exzellenz übrig. Nicht nur plant das Land, der CAU 18,5 Millionen Euro an Zuschüssen zu streichen, obwohl die Hochschulen in Schleswig-Holstein bereits jetzt mit 100 Millionen Euro im Verhältnis zum Bundesdurchschnitt unterfinanziert sind. Auch kam das Land auf die grandiose Idee, die Studierenden durch die Einführung einer Verwaltungsgebühr an der Haushaltskonsolidierung zu beteiligen. Als Dank gibt es weiterhin den SH-Teller in der Mensa, damit dort wenigstens noch ein günstiges Gericht angeboten wird.
Zum Zustand der Gebäude an der CAU reichen hier wenige Zeichen: Stichwort Sechseckbau. Sollte die CAU tatsächlich Exzellenzuniversität werden, muss sie es bis zur Verkündung im Oktober 2026 auch noch schaffen, eine*n Präsident*in zu finden, der/die die Auszeichnung entgegennehmen kann.
Tore studiert Politikwissenschaft und Philosophie an der CAU. Er leitet seit Februar 2025 das Kulturressort. Schwerpunktmäßig setzt er sich mit Filmen und politischen Themen auseinander.



