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Dass Ärzt*innen Beschwerden ohne eingehende Untersuchung abwerten und als Einbildung abtun, wird inzwischen unter einem eigenen Begriff gefasst. Medical Gaslighting verzögert nicht nur oft lebenswichtige Behandlungen, sondern belastet auch stark die Psyche der Betroffenen. Angststörungen und Panikattacken werden von Ärzt*innen häufig nicht ernst genommen. Ungeachtet der Tatsache, dass Todesängste, konstanter Stress und begleitende körperliche Erscheinungen die Lebensqualität betroffener Menschen negativ beeinflussen, werden sie als einfache ›Psychogeschichten‹, Kleinigkeiten und ungefährliche Beschwerden heruntergespielt. Schon Der Spiegel und die Apotheken Umschau berichten, dass sich besonders Frauen und LGBTQIA+-Personen im Behandlungszimmer oft nicht gesehen fühlen.

Von Panikattacken und Angststörungen

Gerade bei Studierenden sind psychische Schwierigkeiten keine Seltenheit. Bei ersten Panikattacken, Herzrasen, Schwindel, Zitternoder Atemnot kommt oft ohne Vorwarnung die Angst: Herzinfarkt, Schlaganfall – »Was ist los mit mir?«. Dann sitzt man kurz darauf im Krankenhaus oder beim Hausarzt und hört die übereilten Begründungen: »Das liegt an Ihrem Übergewicht«, »Sie müssen Ihre Bildschirmzeit reduzieren« oder das Allheilmittel »Gehen Sie doch mal an der frischen Luft spazieren«. Viele werden in ihrer Angst nicht ernst genommen. All die physischen Symptome und die dadurch ausgelöste Angst, gemischt mit der Anspannung, dass die nächste Panikattacke nur an der nächsten Ecke lauert, lösen enormen Stress bei Betroffenen aus. Man hat Druck auf der Brust und schnappt ständig nach Luft, nur um sich zu vergewissern, dass noch Sauerstoff im Körper ankommt, das Herz normal schlägt und die Beine nicht zittern. Dazu kommt, dass einige Ärzt*innen einem erzählen wollen, dass man sich die Symptome nur einbildetoder in seiner Reaktion übertreibt. Im Kopf kämpfe ich um mein Leben und beim Arzt darum, ernst genommen zu werden.  

Ansprechpartner für Betroffene

Für Betroffene ist es wichtig zu wissen, dass physische Symptome einer Panikattacke real sind und ernst genommen werden müssen. Das Herzrasen und die Atemnot sind nicht eingebildet, sie werden durch Panik und Stress ausgelöst und verstärkt. Wichtig ist, nicht aufzugeben. Wer beim Arzt nicht ernst genommen wird, muss sich eine zweite Meinung holen oder Tagebuch über die Symptome führen, auch, um wirklich Herzerkrankungen oder Ähnliches auszuschließen. 

Obwohl einige Menschen schlechte Erfahrungen bei Ärzt*innen machen müssen, läuft es nicht in jedem Fall so ab. Bei vielen werden körperliche Ursachen ausgeschlossen und Angststörungen oder Ähnliches mit psychosomatischen Symptomen, also psychische Probleme, auf die der Körper mit physischen Symptomen aufmerksam macht, diagnostiziert. Dann wird empfohlen,einen Psychotherapeuten aufzusuchen. Und im Idealfall wird beim Arzt schon eine mögliche Ursache ermittelt und gemeinsam eine geeignete Therapie ausfindig gemacht. Es gibt viele Ärzt*innen, denen auch die psychische Gesundheit ihrer Patient*innen wichtig ist.

Die Beratungsangebote an der Uni sind hauptsächlich dafür da, erste Ansprechpartner*innen zur Verfügung zu stellen und vielleicht schon eine mögliche Ursache zu ermitteln. Sollte weitere Hilfe gebraucht werden, wird ebenfalls bei der Suche nach einem Psychotherapeuten oder einer Psychotherapeutin unterstützt. Eine telefonische Beratung ist ebenfalls möglich.

Hier geht‘s zur psychologischen Beratung des Studierendenwerks.

Anna-Lena studiert Deutsch/Soziologie auf Fachergänzung und schreibt seit dem Wintersemester 25/26 für den Albrecht.

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