Filmkritik zu The Mandalorian and Grogu
Sieben Jahre ist es her, dass mit The Rise of Skywalker der letzte Star Wars-Film im Kino lief. Seitdem konzentrierte sich Disney bei der Sternensaga vor allem auf den hauseigenen Streamingdienst. Dort entstanden zahlreiche Serien und Specials, von denen viele eher vergessenswert waren. Ausgerechnet The Mandalorian, die Serie, mit der diese Streaming-Ära begann, bringt Star Wars nun mit The Mandalorian and Grogu zurück auf die große Leinwand.
Das Problem: Genau danach sieht der Film auch aus. Trotz eines kolportierten Budgets von 165 Millionen US-Dollar wirkt er weniger wie ein Kinoereignis, sondern wie ein überlanges Disney+-Special. Der Film fühlt sich an, als wären vier Folgen einer geplanten vierten Staffel nachträglich zu einem Film zusammengeschnitten worden.
Eine Handlung auf der Stelle
Am Anfang eines Films steht meistens eine Idee, die sich im besten Fall in einem Satz zusammenfassen lässt. Bei The Mandalorian and Grogu wird das schwierig. Oder aber auch erschreckend einfach: Der Film dreht sich im Kreis, es passiert erstaunlich wenig und am Ende stehen die Figuren genau dort, wo sie am Anfang schon waren.
Das passt zwar zur Struktur der Serie, ist für einen Kinofilm aber zu wenig. The Mandalorian fühlte sich schon immer wie ein Videospiel an: Mando reist von Punkt A nach Punkt B, erledigt eine Mission und zieht weiter. Auch hier folgt der Film diesem Muster. Nur fehlt diesmal ein echter erzählerischer Motor. Es ist nicht ersichtlich, worum es gehen soll, und noch viel weniger, warum diese Geschichte unbedingt ins Kino musste.
Während die Handlung so vor sich hinplätschert, drängt sich ein Gedanke auf: Der Film wirkt, als hätten Jon Favreau und Dave Filoni mit ihren Star Wars–Actionfiguren gespielt und zufällig eine Kamera mitlaufen lassen. Das klingt charmant, ist aber nicht nur positiv gemeint. Viele Szenen wirken zusammengewürfelt und die meisten Wendungen lassen sich schon von Weitem erahnen. Dazu kommen Logiklöcher, die schwer zu übersehen sind.
Gerade das Drehbuch macht es dem Film nicht leicht. Einige Momente fühlen sich erstaunlich simpel an, fast so, als wolle der Film vor allem ein sehr junges Publikum ansprechen. Natürlich darf Star Wars verspielt, bunt und familienfreundlich sein. Doch hier kippt diese Leichtigkeit stellenweise in Beliebigkeit. Statt Abenteuerlust entsteht der Eindruck, dass bekannte Figuren und Schauplätze aneinandergereiht werden, ohne daraus eine zwingende Geschichte zu formen. Das ist für das Kino-Comeback der Sternensaga ziemlich schade.
Starke Momente, schwacher Grund
Trotzdem ist nicht alles misslungen. Die Action ist stellenweise gut inszeniert, besonders die ersten 15 Minuten haben spürbare Wucht. Grogu, besser bekannt als Baby Yoda, bleibt sympathisch und niedlich und auch Pedro Pascal überzeugt als Mando, selbst wenn seine Figur kaum neue Facetten bekommt.
Ludwig Göranssons Soundtrack hat starke Passagen. Die eingestreuten Synth-Beats verleihen dem Film eine eigene Note, auch wenn die Musik nicht immer zum Geschehen passt.
Am Ende stellt sich aber vor allem eine Frage: Warum musste das unbedingt ein Film sein? Hätte man die Geschichte stärker ausgearbeitet und den Figuren mehr Raum gegeben, hätte daraus eine solide vierte Staffel von The Mandalorianwerden können. Als Kinofilm wirkt The Mandalorian and Grogu jedoch zu dünn, zu episodisch und zu wenig besonders. Empfehlenswert ist er für jüngere Star Wars-Fans. Lässt sich nur hoffen, dass mit Star Wars: Starfighter nächstes Jahr endlich wieder ein guter Film, auch für die älteren Fans der Sternensaga, seinen Weg auf die große Leinwand findet.
4 von 10 Kinokatzenpunkten.
Lasse studiert Geschichte und Wirtschaft/Politik an der CAU und ist seit dem Wintersemester 25/26 beim Albrecht



