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Wir haben euch gefragt: Kann der Urlaub noch klimafreundlich sein?

Das Semesterende naht, Klausuren stehen an und die ersten Pläne für die vorlesungsfreie Zeit werden gemacht. Dabei stellt sich bei den meisten die Frage: Wohin, wie lange und womit geht es in den nächsten Urlaub? Allerdings rückt dabei die aktuelle Klimasituation weitestgehend in den Hintergrund.

Klimakrise spielt keine Rolle mehr? Oh, doch!

Obwohl es inzwischen in den Medien etwas leiser um die Klimakrise geworden ist, sind die Auswirkungen der klimatischen Veränderungen deutlich spürbar. Laut dem Global Tipping Points Report 2025 wurde der erste Klimakipppunkt der Erde überschritten: bei den tropischen Warmwasser-Korallenriffen. Die Klimakipppunkte beschreiben, wie Lebensräume sich drastisch verändern können, sobald ein Faktor wie die Temperatur von ihrer Norm abweicht. Es ist wie mit einem Glas Wasser – kippt das Glas, fließt das Wasser hinaus und der Schaden ist unumkehrbar. 

Der Report macht deutlich, dass der derzeitige globale Temperaturanstieg von circa 1,3 Grad Celsius bereits ausreicht, um wichtige Ökosysteme wie Korallenriffe instabil zu machen. Dies könnte ungeahnte Nebeneffekte für uns Menschen haben.

Fliegen als Schadensverursacher

»Ich fliege nicht, wenn es sich grundsätzlich vermeiden lässt«, sagt Hannah bei unserer Umfrage auf dem Campus. Der Hauptschadensverursacher beim Verreisen bleibt das Fliegen. Laut des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) liegt der Anteil der durch Luftfahrt erzeugten Klimaerwärmung bei 3,5 Prozent. Dazu zählen die verursachten Treibhausgase sowie die vom Flugzeug erzeugten Kondensstreifen. 

2017 entstand in diesem Zusammenhang in Schweden der Begriff der »Flugscham«. Während damals vor allem junge Menschen auf die Straße gingen, um ein Zeichen gegen die Klimakrise zu setzen, verblasst heute die einstige Willensstärke immer weiter, genauso wie die damalige Scham über das Fliegen. Auch Henriette, Helena, Lea und Paula erzählten uns, dass sie sich nicht mehr für das Fliegen schämen. Sie finden, einmal im Jahr zu fliegen, mache keinen großen Unterschied. Damit liegen sie nicht ganz falsch, denn nach den Berechnungen von Stefan Gössling, Professor für Nachhaltige Mobilität an der schwedischen Universität Lund, gibt es ein deutliches Ungleichgewicht beim Fliegen. Nur rund ein Prozent der Weltbevölkerung sei für die Hälfte der Flugemissionen verantwortlich. 

Nachhaltigkeit mal anders gedacht

Statt mit dem Flugzeug in den Wanderurlaub nach Tschechien zu fliegen, haben sich Hannah und ihre Freund*innen für den Zug entschieden. Doch auch, wenn man ein Augenmerk auf die Nachhaltigkeit setzen möchte, ist das nicht immer finanziell möglich. Häufig sind umweltbewusstere Alternativen zum Fliegen teurer und nehmen mehr Zeit in Anspruch. Hier muss die Politik Abhilfe schaffen, zum Beispiel, indem sie Fliegen weniger subventioniert, Treibstoffe besteuert sowie den Ausbau und die Nutzung von Zügen fördert.

Zudem könnte mehr in die Forschung von nachhaltigen Treibstoffen investiert werden, die aus Altspeiseölen und biologischen Abfällen oder grünem Wasserstoffgas erzeugt werden können. Doch auch diese Treibstoffe lösen nicht das Problem derKondensstreifen.

Statt abzuwarten, wie sich in Zukunft das Fliegen verändert, könnte diesen Sommer also für Studierende die Frage lauten: Brauche ich einen Erholungsurlaub mit Langstreckenflug oder liegt mein nächstes Abenteuer doch nur eine Zugfahrt entfernt?

Laura studiert Biologie an der CAU und ist seit April 2026 beim ALBRECHT.

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