Filmkritik zu Jurassic World: Die Wiedergeburt
Die Jurassic-Reihe fasziniert seit dem ersten Teil bereits mit der Idee, was wäre, wenn Dinosaurier in unsere Welt zurückkehrten? Auch Jurassic World: Die Wiedergeburt bleibt diesem Erfolgsrezept treu und beweist damit einmal mehr das Talent des Produzenten Steven Spielberg, die Zuschauer*innen in die Welt der Dinosaurier zu entführen. Mit neuen Figuren, vertrautem Insel-Flair und einer Vision, die mehr ist als bloß eine weitere Auflage der gleichen Geschichte. Der Film nimmt einen mutigen Neuanfang in Angriff und lässt die Urzeitgiganten zurück auf die große Leinwand stampfen.
Jurassic World: Die Wiedergeburt erzählt von einem neuen wissenschaftlichen Projekt, das auf einer abgelegenen Insel den Versuch unternimmt, die Dinosaurierforschung auf ein völlig neues Level zu heben. Anders als in den Vorgängerfilmen stehen diesmal nicht die bekannten Figuren aus früheren Teilen im Mittelpunkt, sondern ein neues Ensemble aus Wissenschaftler*innen, Technikexpert*innen und Sicherheitskräften, das mit denethischen, ökologischen und sicherheitstechnischen Konsequenzen des Projekts konfrontiert wird.
Die Handlung knüpft dabei thematisch an die zentralen Motive der Reihe an:die menschliche Spezies im Umgang mit Natur und Technik, die Illusion von Kontrolle und die Frage, ob man aus der Vergangenheit gelernt hat oder sie lediglich wiederholt – nur in größerem Maßstab. Ein Pharmakonzern erkennt in der DNA von drei besonders großen Land-, Luft- und Wasserdinosaurierarten das Potenzial für ein Heilmittel für Herzerkrankungen. Zora Bennett, gespielt von Scarlett Johansson, wird für die Mission als Leiterin eines Spezialteams engagiert, zu dem auch der Paläontologe Dr. Henry Loomis (Jonathan Bailey) und der ehemalige Armeeangehörige Duncan Kincaid (Mahershala Ali) gehören.
Aber auch dieses Mal bleibt es nicht bei einer geordneten Forschungsreise. Bei seiner Expedition trifft das Team auf eine Familie aus Zivilist*innen, deren Boot von Wasser-Sauriern zerstört wurde. Zusammen stranden sie auf einer ehemals geheimen Forschungsinsel und entdecken dort Dinosaurier, die mutiert oder genetisch verändert sind. Bald geraten Mensch und Raubtiererneut in einen existenziellen Konflikt. Das Inselszenario, das an den ersten Jurassic Park-Film erinnert, wird dabei bewusst als Bühne für ein neues Kapitel genutzt, das zugleich vertraut wirkt und doch eigene Akzente setzt.
Neuer Cast, alte DNA
Sofort ins Auge fällt, dass Die Wiedergeburt den Neuanfang ohne altbekannte Gesichter wagt. Statt sich auf das Star-Ensemble der vergangenen Teile zu verlassen, setzt Regisseur Gareth Edwards (bekannt unter anderem für Star Wars: Rogue One) auf frisches Blut. Und das tut der Filmreihe gut. In Kombination mit einem Drehbuch von David Koepp, der bereits am Original von 1993 mitwirkte, gelingt die Kombination, die Faszination des ersten Films atmosphärisch sowie visuell wiederaufleben zu lassen, ohne einfach zu kopieren.
Vor allem die packenden Set-Pieces überzeugen. Von halsbrecherischen Luftszenen bis hin zu bedrohlichen Begegnungen in dschungelartigen Flüssen, ist in diesem Film alles dabei. Wasser-, Luft- und Landdinos wechseln sich ab und das Insel-Setting ist ebenfalls zurück, in neuer Auslegung, aber mit nostalgischer Wucht und Wirkung. Optisch ist der Film schön anzusehen. Die Effekte beeindrucken, Alexandre Desplats Musik ist stimmungsvoll und trägt einige emotionale Momente fast im Alleingang. Die Kameraarbeit liefert eindrucksvolle Bilder, die an die Weite und Bedrohlichkeit der ersten Filme erinnern. Vielleicht das Wichtigste: Der Unterhaltungsfaktor stimmt. Auch das Schauspielensemble überzeugt, trotz mancher Schwächen in der Figurenzeichnung und der relativ kurz gehaltenen Hintergrundgeschichten. Besonders das Zusammenspiel der neuen Hauptdarsteller*innen Jonathan Bailey und Scarlett Johansson wirkt charmant und glaubwürdig, was dem Film eine gewisse emotionale Tiefe verleiht.
Dennoch kommt der Film nicht an die ursprüngliche Jurassic Park-Trilogie heran. Trotz starker Optik nutzt sich das Spektakel ab. Der Film wirkt in seinen ruhigeren Momenten überhastet erzählt, in den actionreichen überladen. Auch die durch Genmanipulation veränderten Dinosaurier wirken etwas übertrieben und verlieren damit die Begeisterung der Zuschauer*innen durch ihre Erscheinung. Es fehlt dem Film an der magischen Mischung aus Staunen und Schrecken, die Spielberg 1993 so meisterhaft heraufbeschworen hat. Nichtsdestotrotz ist es ein Film, den alle Jurassic Park Liebhaber*innen gesehen haben sollten und vor allem auf der großen Leinwand wirkt das Dinosaurier-Spektakel brüllend laut und fesselnd. 8 von 10 Kinokatzenpunkten
Carolin ist 23 Jahre alt und studiert im Master an der Uni in Kiel Geographie und Philosophie auf Lehramt und Geschichte im Erweiterungsfach. Sie ist seit dem Sommersemester 2025 beim ALBRECHT.



