Ich kann Haftbefehl nicht mehr hören. Oder über ihn lesen. Jeder zweite Mensch in Deutschland scheint nach Babo wieder im Deutschrap-Game zu sein. Die Musik, die bis jetzt als ›asozial‹ oder als ›aggressiv und gewaltverherrlichend‹ bezeichnet wurde, wird auf einmal von jedem Menschen gefeiert. Dank des Einblicks in das Leben eines einzigen Rappers. Drogen, Gewalt, Sexismus und ein schwerer Lebensweg scheinen auf einmal wieder schlimm – bisher waren sie in dieser Szene so normalisiert wie nirgendwo sonst. Denn schaut man genauer in die Hip-Hop-Kultur, erkennt man Parallelen zu anderen Musiker*innen. Und auch, wenn ich Babo in seinem Hype gerade nicht ertrage, liefert die Doku viele Denkanstöße. Ist Aykut Anhan die neue Britney Spears? Wird der Konsum von Kokain in Deutschland zu stark verschleiert? Was ist mit den Menschen, die es nicht schaffen, aus toxischen Beziehungen zu entkommen? Durch diese Doku werden Probleme wieder sichtbar und greifbar. Auch für Menschen, die nie selbst Kokain nehmen würden. Sie kennen es vielleicht nur von Bekannten oder Freunden. Nun wurde ihnen durch Haftbefehl nochmal deutlich gemacht, wie schlimm eine Sucht werden und enden kann. Wieder andere machen ein Meal-Prep-Video, bei dem RADW im Hintergrund läuft.
Svea studiert Geschichte und Politikwissenschaft im Profil Fachergänzung und ist seit November 2023 Teil des ALBRECHTs. Seit Januar 2024 übernimmt sie die Leitung für den Gesellschaftsteil und nebenbei unterstützt sie das Social Media Team. Neben Texten über aktuelle Politik, schreibt sie auch sehr gerne über historische oder tierrechtliche Themen.



