Die Forderung nach kostenfreien Menstruationsartikeln
Da ist Blut in meiner Unterhose. Und das, obwohl ich es dort frühestens übermorgen erwartet habe. Hektisch wühle ich in meiner Tasche. Fliegt hier vielleicht irgendwo noch ein Tampon herum? Natürlich nicht. Dann muss eben improvisiert werden. Ich rolle etwas Klopapier ab und wickle es um meine Unterhose. Besser als nichts.
Die meisten Menstruierenden dürften diese Situation kennen. Überrascht von einer Zwischenblutung oder Periode, komplett unvorbereitet und ohne die Möglichkeit, schnell an Periodenprodukte zu kommen. Für manche ist das ein ärgerlicher Einzelfall, für andere monatlicher Alltag.
Genau hier setzt die Petition des feministischen Kieler Aktions- und Bildungskollektivs Zwischenfunken an. Sie fordern sowohl die kostenfreie Bereitstellung von Periodenprodukten in öffentlichen Gebäuden in Schleswig-Holstein als auch eine landesweite Informationskampagne zum Abbau von Tabuisierung und Stigmatisierung rund um das Thema Menstruation.
Der Preis der Periode
Zwischenfunken macht dabei insbesondere auf das häufig unsichtbare Problem der Periodenarmut aufmerksam. Denn Menstruieren ist teuer. Laut des Kollektivs belaufen sich die Kosten für Menstruationsprodukte im Laufe des Lebens auf mehrere tausend Euro. Hinzu treten weitere Ausgaben, beispielsweise für Schmerzmittel oder den Ersatz von ruinierter Kleidung. So kommt es, dass sich besonders Personen, die wie viele Studierende ohnehin in prekären finanziellen Verhältnissen leben, ihre Periode eigentlich nicht leisten können. Periodenarmut hat damit spürbare Folgen im Alltag, zum Beispiel wenn Betroffene deswegen Verabredungen absagen oder öffentliche Orte wie Schule und Arbeit meiden.
Mangelnde Menstruationsartikel sind aber nicht nur nervig oder peinlich, wenn Blutflecken auf der Kleidung entstehen, sondern im Zweifel sogar gesundheitsgefährdend. Wer Tampons oder andere Hygieneprodukte zu selten wechselt, erhöht das Risiko für bakterielle Infektionen.
Niemand sucht sich aus zu menstruieren. Für Zwischenfunken ist daher klar: Periodenprodukte sind genauso ein Grundbedürfnis wie Klopapier oder Seife auf öffentlichen Toiletten. Und solange das fehlt, werden menstruierende Personen gesellschaftlich benachteiligt.
Wer die Petition unterstützen möchte, kann sie noch bis zum 29. Juni 2026 auf der Website des Landtags Schleswig-Holstein unterzeichnen, unabhängig vom eigenen Wohnort.Link zur Petition: https://www.landtag.ltsh.de/petitionen/kostenlose-menstruationsprodukte-in-schleswigholstein/
Paula studiert Deutsch und Englisch auf Fachergänzung. Sie ist seit dem Sommersemester 2025 beim ALBRECHT und übernimmt seit Januar 2026 die Leitung des Social Media Teams.



