Die Stellenbesetzungssperre an der CAU sorgt für Unsicherheit und heftige Kritik
Die Stellenbesetzungssperre an der CAU ist ausgerufen: Bis Ende des Jahres dürfen frei werdende Stellen nicht wieder besetzt werden. Grund für diese Änderung ist die angespannte finanzielle Lage. Es muss gespart werden.
Die Sperre wird von mehreren Seiten heftig kritisiert. Nicht zuletzt vom AStA, welcher die Entscheidungen der Landesregierung in einem Statement kritisiert. Durch die Ziel- und Leistungsvereinbarungen zwischen der Hochschule und dem Land Schleswig-Holstein bis 2029 wird der Haushalt der CAU massiv gekürzt. Rund acht Millionen Euro sollen durch die Stellenbesetzungssperre gespart werden.
Das kennen wir doch
Der AStA kritisiert in seinem Statement, dass die Studierenden erneut die Leidtragenden seien. Die Europa-Universität Flensburg musste bereits letztes Jahr eine Wiederbesetzungssperre einführen. An ihrem Beispiel sei gut zu erkennen, dass die CAU in Zukunft wohl nicht nur einen Qualitätsverlust in den Lehrveranstaltungen erwarten könne, sondern auch auf die individuelle Betreuung von Studierenden verzichten müsse. Fehlende Betreuende für Abschlussarbeiten könnten das Studium unnötig in die Länge ziehen. Der AStA äußert in diesem Fall die Problematik, dass BAföG an die Regelstudienzeit gekoppelt sei und Studierende irgendwann ohne finanzielle Absicherung dastehen könnten. Weniger Personal bedeute mehr Belastung. Konsequenzen seien überlastete Angestellte und hohe Krankenstände. Das Versprechen von Qualitäts- und Stabilitätssicherung werde nicht eingehalten und die Landesregierung halte weiter »am Kurs der chronischen Unterfinanzierung von Hochschulen« fest. Der AStA äußert als letzte Forderung die Ausfinanzierung der Hochschulen vom Land und ist damit nicht allein in seiner Kritik.

Probleme aus dem Zentrum
Die Stellenbesetzungssperre trifft eine Gruppe ganz konkret: die Angestellten der CAU. Es habe dem Vernehmen nach schon länger das Gerücht einer möglichen Maßnahme gegeben. Die Nachricht kam somit nicht überraschend, trotzdem ist sie belastend. Die meisten Stellen an der CAU sind befristet und laufen irgendwann aus. Viele der Angestellten sind also früher oder später von der Sperre betroffen. Verlängerungen werden so unmöglich und es ist völlig unklar, wie zukünftig mit bestimmten Stellen und Verträgen umgegangen wird. Das Ergebnis sind Sorge und Verwirrung bei den Betroffenen. Vor allem die zentrale Verwaltung sieht hier ein Problem. Aktuell werden viele Stellen durch Krankheit oder Schwangerschaft frei und da diese nicht nachbesetzt werden, entsteht eine enorme Belastung für den Rest der Belegschaft. Angestellte befürchten, dass es zu Qualitätseinbußen bei der Arbeit kommen wird.
Betroffene stellen sich die Frage, ob eine Stellenbesetzungssperre wirklich der sinnvollste Weg ist, um den Haushalt zu stabilisieren. Nun ist es für solche Spekulationen allerdings zu spät. Nach ihren Aussagen kommt von Seiten der CAU Verständnis und die Bemühung, Unsicherheiten zu klären.
Luis studiert Politikwissenschaften und Soziologie und ist seit dem Januar 2026 beim ALBRECHT. Er leitet das Hochschulressort.


