Im Albrecht-Interview erklärt die Vize-Bundesvorsitzende der SPD und Oppositionsführerin im Landtag Serpil Midyatli, wie wenig sie von der geplanten Einführung der Verwaltungsgebühren hält. An den Koalitionsverhandlungen im Bund beteiligt gewesen, spricht sie außerdem vom Kulturkampf mit der CDU und was die künftige Regierung für die Studierenden tun möchte.

Die schwarz-grüne Landesregierung ist auf Sparkurs und möchte auch Studierende mit Einführung einer Verwaltungsgebühr mehr belasten. Das trifft auf großen Widerstand, ein Petitionsausschuss hat sich im Landtag mit der Kritik der Studierenden befasst. Außerdem: Angespanntes Verhältnis zwischen Studierendenschaft und Universitätsleitung. Fachschaften der CAU boykottieren nach fehlender Solidarisierung des Präsidiums die Studien-Info-Tage.

60 Euro pro Semester – für viele Studierende ein massiver Einschnitt. Mit lautstarken Protesten und einer Petition machen sie klar: Die geplante Verwaltungsgebühr ist keine Lösung für die Haushaltslücke des Landes. 2000 Menschen zogen vor den Landtag und zeigten der Politik, dass sie Widerstand leisten werden. Worum geht es wirklich?

Gerechtfertigt wird die Einführung der Verwaltungsgebühr vom Bildungsministerium durch den hohen Verwaltungsaufwand der Universitäten in Schleswig-Holstein. »Die Hochschulen erbringen zurzeit in erheblichem Umfang Verwaltungsleistungen. Diese betreffen nicht Studium und Lehre und wurden bisher trotzdem vom Land subventioniert. Das ändern wir jetzt – und legen die Kosten auf die Studierenden um«, erklärt das Bildungsministerium die Gründe für die Gebühr.